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Norddeutschland Marihuana aus dem Fenster geworfen
Nachrichten Norddeutschland Marihuana aus dem Fenster geworfen
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20:46 06.04.2017
Die gemeinsame Fahndungsgruppe "Schengen Süd" wurde 2003 ins Leben gerufen und besteht aus Beamten des Hauptzollamtes Kiel, der Bundespolizeiinspektion Kiel und der Polizeidirektion Lübeck. Quelle: Arne Jappe
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Eutin/Scharbeutz/Lübeck

Der Schengen-Kontroll-Trupp besteht aus Polizisten des Autobahn- und Bezirksreviers Scharbeutz, Beamten der Polizeidirektion Lübeck, des Hauptzollamtes Kiel und der Bundespolizeiinspektion Kiel.

Unterstützt werden sie von der Kontrollgruppe Röntgen des Hauptzollamtes Hamburg-Hafen, der Bereitschaftspolizeiabteilung in Eutin, von Mitarbeitern der Autobahn- und Straßenmeisterei und zwei Beamten der dänischen Polizei, die auch als Dolmetscher fungieren.

Bei der Kontrolle in der Zeit von 19 bis 24 Uhr waren insgesamt gut 30 Beamte im Einsatz. Die Polizisten waren von Anfang an hellwach: Noch während des Einrichtens der Kontrollstelle näherte sich ein Seat-Fahrer und warf einen Beutel aus dem Fenster. Einige Beamte hatten dies aber beobachtet. Der Beutel wurde gefunden und sichergestellt – nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um Marihuana. Der Fahrer wurde kontrolliert. Es bestand der Verdacht, dass er auch unter Einfluss von Betäubungsmitteln seinen Wagen gelenkt hatte. Eine Blutprobenentnahme wurde angeordnet. Er wird sich nun in einem Ermittlungsverfahren verantworten müssen.

Bei der Kontrolle eines Daimlers aus Dänemark wurden mehrere Gepäckstücke geröntgt. Hier fanden die Beamten insgesamt 200 Kilogramm Shisha-Tabak in den Koffern und Taschen. Der Tabak war nicht versteuert und wurde vom Zoll sichergestellt. Der 22-jährige Däne muss sich nun steuerrechtlich verantworten. Insgesamt wurden während der fünfstündigen Aktion in der Röntgenanlage 150 Gepäckstücke durchleuchtet.

Außerdem beschäftigten noch diese Fälle die Fahnder: Ein 54-jähriger Staatenloser mit Wohnsitz in Lübeck fuhr einen Pkw mit ausländischer Zulassung. Da er den Wagen in Deutschland hätte zulassen müssen, ermittelt der Zoll hinsichtlich der Abgabenordnung. Ein 62-jähriger Syrer wollte in einem Reisebus über Dänemark nach Schweden ausreisen. Bei dem Mann wurde ein unerlaubter Aufenthalt in der Bundesrepublik festgestellt. Bei drei Fahrern wurde deutlich, dass sie unter Einfluss von Betäubungsmitteln gefahren waren. Hier wurden jeweils Blutproben angeordnet. Zudem wurden geringe Mengen Betäubungsmittel aufgefunden. Ein weiterer Verkehrsteilnehmer stand offensichtlich unter Alkoholeinfluss, bei ihm ergab ein Test 0,6 Promille. Diese Ermittlungsverfahren werden von den Polizeibeamten aus Scharbeutz weiter bearbeitet.

„Schwerpunkt der Kontrolle war, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, unerlaubte Migration, Kfz-Verschiebungen und Verkehrsdelikte aufzudecken", zog Pressesprecher Stefan Muhtz gestern zufrieden Bilanz.

Louis Gäbler

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