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Norddeutschland Markt-Treff: Drehscheibe für das Dorfleben
Nachrichten Norddeutschland Markt-Treff: Drehscheibe für das Dorfleben
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18:10 21.01.2017
Kiel

Um die Nahversorgung in ländlichen Gemeinden zu sichern, hat Schleswig-Holstein den MarktTreff erfunden. 36 von ihnen gibt es bereits, auch in Kasseedorf, Klein Rönnau, Hasenkrug und Koberg. Der erste ist 1999 in Steinfeld (Kreis Schleswig-Flensburg) eröffnet worden. Seitdem sind insgesamt 12,6 Millionen Euro an Fördermitteln geflossen. Ziel ist es, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu verbessern.

Weil in vielen Dörfern Einkaufsläden, Bäcker und auch Gasthöfe längst verschwunden oder in ihrer Existenz bedroht sind, hat die Landesregierung schon vor fast 20 Jahren das Projekt Markt-Treff initiiert. Das sind kleine Lebensmittel-Läden, die zugleich Pakete annehmen, einen Geldautomaten vorhalten, einen Service-Punkt der kommunalen Verwaltung anbieten und zugleich Platz für Feiern, Veranstaltungen und als Treffpunkt zum Klönen und Kaffeetrinken bieten. Damit übernimmt der Markt-Treff eine wichtige soziale Funktion im Dorf. Er soll Drehscheibe für das Gemeindeleben werden. Dabei werden möglichst viele Produkte, Services und Angebote unter einem Dach zusammengefasst. Dadurch soll sich der Markt-Treff wirtschaftlich langfristig tragen können.

Diese Idee der Multifunktionalität und die Förderung der baulichen Anfangsinvestition sei bereits von anderen Bundesländern übernommen worden, berichtet Nicola Kabel, Sprecherin des Umweltministeriums in Kiel. Schleswig-Holstein wiederum profitiere von den Erfahrungen mit genossenschaftlichen Ansätzen in anderen Bundesländern – der stärkeren finanziellen Einbindung der Bürger.

Das landesweite Markt-TreffNetzwerk gilt bundesweit als einzigartig. „Es ist aus unserer Sicht ein Grund für die besondere Krisenfestigkeit der Markt-Treffs“, so Kabel. Weitere 14 solcher Treffpunkte im Norden sind bereits im Aufbau. jup

LN

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