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Markt-Treff mit Ministerin

Lübeck Markt-Treff mit Ministerin

Die LN bringen die Spitzenkandidaten der Landtagsparteien mit Wählern ins Gespräch. Teil 3 der Serie: Monika Heinold (Grüne) auf dem Wochenmarkt auf dem Lübecker Brolingplatz.

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Überrascht: Auch Kurt Strelow (77), Ferdinand Kaslow (83) und Gert-Peter Salzwedel (57, v. l.) sprechen auf dem Lübecker Brolingplatz mit Schleswig-Holsteins Finanzministern Monika Heinold (58, Grüne). „Wir kennen sie aus dem Fernsehen.“

Quelle: Fotos: Felix König

Lübeck. Der Termin auf dem Wochenmarkt auf dem Lübecker Brolingplatz beginnt für Monika Heinold mit einer Überraschung: Ursula Kehl, eine Freundin und Parteikollegin, ist zufällig vorbeigekommen. „Ich kenne Monika noch aus dem Kreistag in Segeberg“, sagt die 78-Jährige, während sie die Spitzenkandidatin der Landes-Grünen mit einer herzlichen Umarmung begrüßt. Damals war Heinold unter anderem viele Jahre Vorsitzende für Jugend- und Kulturarbeit. „Sie hatte schon immer diese Energie“, erzählt Kehl, „wenn sie sich was vornimmt, dann hat sie das in die Bütt genommen, Finanzen durchgebracht.“

LN-Bild

Spitzenkandidaten der Landtagsparteien sprechen mit Wählern – Teil 3: Monika Heinold (Grüne).

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Jetzt ist erst einmal Wahlkampf angesagt. Und den sieht man Monika Heinold auch optisch an: Mit leuchtend grüner Jacke und Info- Prospekten steht die 58-Jährige auf dem grauen Kopfsteinpflaster des Platzes. „Als Finanzministerin hat mich die täglich spürbare hohe Verantwortung geprägt“, sagt sie offen. So gehe es beispielsweise bei den Altlasten der HSH Nordbank um Milliardenbeträge. „Mein Staatssekretär und ich sind kräftig gefordert. Wir sind im engen Austausch mit Hamburg, mit den Bundesbehörden und mit Verantwortlichen auf der europäischen Ebene – einfach locker lassen ist für mich schwieriger geworden.“

Doch nicht nur Haushaltsthemen, auch die grünen Aspekte ihres Parteiprogramms liegen der Kieler Politikerin immer noch am Herzen: „Die Ökologie ist ein wichtiger Bereich“, sagt Heinold, während sie die grünen Info-Heftchen ihrer Partei an Passanten verteilt. „Mittlerweile gewinnen wir 100 Prozent des in Schleswig-Holstein verbrauchten Stroms aus erneuerbarer Energie, jetzt stehen wir vor einer neuen Herausforderung: der Verkehrwende.“

Während sie spricht, bleibt sie immer wieder vor den Auslagen der Marktstände stehen. Hier gibt es frischen Fisch, Käse oder Gemüse aus regionalem Anbau. „Ich esse selbst gerne Bioprodukte und regional produzierte Ware“, erzählt sie. Für den eigenen Kochtopf kauft sie daher vor allem auf Wochenmärkten, in Bioläden oder in kleinen Fachgeschäften ein. „Aber auch mal im Supermarkt – so wie es zeitlich klappt.“

Regine Groß hat heute frischen Fisch im Angebot. Und viele Fragen an die Spitzenkandidatin der Grünen: Als Vorstandsmitglied des Lübecker Verbandes der Marktkaufleute ist der Fischhändlerin vor allem eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen mobiler Markthändler wichtig. „Wir haben mittlerweile Auflagen, die wir als einfache Händler gar nicht mehr bewältigen können“, sagt Groß. Dann erwähnt sie die Zählprotokolle, in denen die Händler täglich die genaue Stückzahl der vorhandenen Geldscheine und Münzen auflisten müssen. „Das müssen die großen Ketten auch, aber die haben mehr Mitarbeiter, um diese Aufgaben zu erledigen.“

Groß spricht entschieden, mit fester Stimme, Heinold antwortet ruhig, etwas leiser. Immer wieder stellt sie kurze Fragen, nimmt sich Zeit für das Gespräch. Am Ende verabschieden sich die Frauen mit einem herzlichen Händedruck. Man wolle das Thema noch einmal beim Landesverband der Marktkaufleute ansprechen. „Ich finde es wichtig, als Politikerin direkt mit den Menschen zu sprechen“, sagt Heinold im Weitergehen. „Es entstehen Diskussionen, das ist anders, als wenn man zu einem Gesprächsabend in einer Gastwirtschaft einlädt.“ Gute Kommunikation – das habe sie auch durch ihre frühere Tätigkeit als Erzieherin gelernt. „Die pädagogische Ausbildung kommt mir bei den Haushaltsverhandlungen zu Gute“, sagt sie. „Da hilft es, gut erklären und kommunizieren zu können.“

Jetzt, in der Wahlkampfphase, ist sie besonders oft unterwegs: Zahlreiche Vereine, Händler oder Handwerker hat die 58-Jährige in den vergangenen Wochen besucht, über die Probleme und Bedürfnisse der Branchen gesprochen. Ein Termin ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: „Das war in einer Buchhandlung, es ging um mittelständische Wirtschaft.“ Während des Gespräches mit dem Betreiber sei ihr klar geworden, wie schwer es Einzelhändler im Wettbewerb mit dem großen Angebot im Internet haben. „Ich habe mir vorgenommen, noch mehr in den kleinen Geschäften bei mir in Kiel in der Holtenauer Straße einzukaufen.“ Eine Weile bliebt sie noch auf dem Wochenmarkt, unterhält sich mit den Händlern. „Wir müssen uns um alle Kinder kümmern, um die stärkeren und um die schwächeren“, sagt sie etwa einer Mutter, deren Sohn in einer Gesamtschule mit dem Unterrichtsstoff nicht gut mithalten kann.

Dann verabschiedet sich die Grünen-Politikerin wieder, der nächste Termin wartet. Unterstützung erhält sie jetzt auch von ihrer Familie: „Meine Söhne sind groß, leben nicht in Kiel, drücken mir aber beide fest die Daumen.“ Ihr Lebenspartner ist häufig bei Touren dabei, fährt sie zu Terminen.„Das ist toll, denn so haben wir trotz des Wahlkampfes ein bisschen Zeit miteinander.“

Die Stationen der Politikerin

Geboren wurde Monika Heinold 1958 in Gütersloh, anschließend wuchs sie in Hamburg und Schleswig-Holstein auf. Nach der mittleren Reife absolvierte sie eine Ausbildung als Erzieherin an der Erzieher-Fachschule Schleswig, die sie 1979 mit Fachabitur abschloss.

1984 trat sie den Grünen bei, wird Mutter zweier Söhne, von 1990 bis 94 ist Heinold im Kreistag von Segeberg, anschließend im Grünen Länderrat tätig. Seit 1996 ist sie Mitglied im Schleswig-Holsteinischen Landtag, seit 2012 Finanzministerin.

 Katrin Diederichs

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