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Massenweise Herbstlaub: Deponien sammeln ganze Berge

Lübeck Massenweise Herbstlaub: Deponien sammeln ganze Berge

Am Herbstende werden mehrere Tausend Tonnen heruntergefallener Blätter zusammengekommen sein. In Lübeck-Niemark und anderswo werden die Blätter zu Kompost verarbeitet. Die Arbeiter müssen mit schwerem Gerät hantieren.

Auf der Deponie Lübeck-Niemark schiebt ein großer Radlader die enormen Laubberge zusammen.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. Den Kindern macht es Freude: Begeistert harken sie auf der Wiese vor der Kapelle in Lübeck-Kronsforde Laub. Nur so aus Spaß. „So ist das bei uns auf dem Land“, freut sich Jan Biester (33) von der Gartenfirma Falkenhagen, der gerade seine Schubkarre befüllt. Seit Oktober schon wühlen er und seine Kollegen sich Tag für Tag durch Berge gefallener Blätter. „Damit haben wir gut zu tun.“

LN-Bild

In Lübeck-Niemark und anderswo werden die Blätter zu Kompost verarbeitet.

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Laub, Laub und nochmals Laub: Massenweise wird es derzeit auf der Lübecker Deponie Niemark angeliefert. „Neun Tonnen pro Tag sind es“, sagt Betriebsleiter Jürgen Adler. Und das ist nur das aufgesaugte Laub. Ungefähr die gleiche Menge wird mit Kehrabfällen angeliefert. „Das muss dann erst getrocknet und gesiebt werden“, so Adler. In großen Haufen lagert das Laub auf der Deponie und in der Halle der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA). Im Prinzip ein großer Häcksler, in dem das Laub auf 30 Prozent seines Umfangs reduziert wird. So lässt es sich gut kompostieren – und ist dann als Humus und Dünger nutzbar.

Das Laub, das in Niemark lagert, ist nicht mehr bunt und hübsch, sondern feucht, braun und unansehnlich. Es stammt von den Grünflächen und Straßen der Stadt, von den Wertstoffhöfen oder wird von Privathaushalten direkt angeliefert. Allein die Firma Gartenpflege Falkenhagen sammelt seit Oktober bei ihren Kunden 1,5 Tonnen Laub im Monat, die sie größtenteils nach Niemark bringt. Ein Anhänger ist schnell voll.

Auf der Lagerfläche in Niemark dirigiert Deponiemeister Andreas Willert einen Radlager mit 200 PS und vier Kubikmetern Schaufelinhalt, der das Laub zusammenschiebt. Von der höhergelegenen Deponiefläche hat man einen schönen Blick auf Lübeck, aber dafür haben die 32 Mitarbeiter in Niemark selten Zeit. Die Berge müssen weg, und das macht Arbeit. Nicht nur Blätter lagern hier, auch Hausmüll, und der riecht ziemlich streng. Besonders in der MBA-Halle ist das sehr unangenehm. „Das dauert ein paar Wochen, dann hat man sich daran gewöhnt“, meint Deponiemeister Willert.

Auch andernorts wird fleißig gesammelt und kompostiert. Der Lübecker Marli-Hof etwa kann das Laub, das er auf den Flächen von Kunden wie Wohnungsgesellschaften, der Fachhochschule und aus Privatgärten anfährt, auf dem eigenen Gelände kompostieren. „Derzeit ist es sehr viel, aber bis Weihnachten sind wir durch“, weiß Gartenbau-Chef Peter Reusch aus Erfahrung.

In den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn geht das eingesammelte Laub überwiegend ins Kompostierwerk Trittau. Zuständig ist die Abfallwirtschaft Südholstein, die das Laub bei Kommunen, Privat- und Gewerbekunden einsammelt. „Im Herzogtum Lauenburg kommen wir im Herbst auf rund 1500 Tonnen im Monat“, sagt Sprecherin Heide Liehmann, „in Stormarn auf 1900 Tonnen.“

Im Kreis Segeberg sammelt der Wege-Zweckverband (WZV) rund 3200 Tonnen Laub- und Strauchschnitt. Es geht in verschiedene Kompostierwerke, etwa Norderstedt und Neumünster.

In Ostholstein würden Gemeinden und Bürger überwiegend selbst aktiv, so Jürgen Prüß, Sprecher des Zweckverbandes Ostholstein. „Da gibt es keine Zahlen.“

Laub auf Beeten verteilen

Auf Blumenrabatten oder unter Sträuchern kann Laub auch liegen bleiben. Es bietet Schutz vor Frost. Verrotten die Blätter, werden sie zu Kompost, der Nährstoffe einbringt. Man kann also ruhig das vom Rasen entfernte Laub auf den Beeten verteilen.

Igel und andere Kleintiere finden in Laubhaufen einen Unterschlupf zum Überwintern.

Laubsauger können für nützliche Kleintiere tödlich sein, warnen Umweltorganisationen.

 Marcus Stöcklin

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