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Norddeutschland Mausefallen als Museumshit
Nachrichten Norddeutschland Mausefallen als Museumshit
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21:14 15.08.2017
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Gnutz

Nicht mit Käse oder Speck fängt man Mäuse. Süß sollte der Lockstoff sein. „Kaufen Sie sich normale Schlagbügelfallen im Baumarkt und füttern sie diese mit Nutella an“, rät Karl von Puttkamer. Der Museumsdirektor aus Gnutz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat ein Faible für Mausefallen. In seinem Heimatmuseum präsentiert der 73-Jährige mehr als 100 historische und moderne Mausefallen. Er weiß aus Erfahrung, viel hilft bei der Mäusejagd auch viel. „Wenn nur eine Falle da steht, machen die Mäuse einen Bogen darum.“ Ebenso gut wie Nutella funktioniere Erdnussbutter – aber am besten auch in mehreren Fallen.

Vor 16 Jahren eröffnete Puttkamer im Dachgeschoss seines 1840 erbauten Bauernhofs sein „Museum für den ländlichen Raum im weitesten Sinne“. Tausende Exponate hat der Schleswig-Holsteiner zusammengetragen – von alten Landwirtschaftsgeräten über Möbel bis hin zu ersten Waschmaschinen. Die genaue Zahl weiß der Hausherr nicht. „Ich bin schon immer Sammler gewesen“, sagt der pensionierte Realschulrektor. „Es gab zeitweilig keinen Flohmarkt, wo ich nicht war.“ Mehrere zehntausend Euro hat er dabei in Ausstellungsgegenstände investiert.

Schnell stellte der Museumsdirektor fest, dass seine Besucher viel Zeit bei einem räumlich eher kleinen Teil der Ausstellung verbrachten – der Sammlung von Mausefallen. Zu einer Museumsführung gehört bei ihm deshalb immer eine Demonstration der Fallen – von Sprengfallen über Lebendfallen bis zur Mäuseguillotine. „Dabei können die Leute erleben, wie es kracht und knallt und Gefühle rauslassen, die sonst nicht mehr rausgelassen werden dürfen“, glaubt Puttkamer den Grund für die Faszination gefunden zu haben. Makaber? Natürlich. Trotzdem ist das Interesse groß.

Mäuse hätten einen sehr sensiblen Geruchssinn. Mäuseriche gingen vorzugsweise dorthin, wo es nach weiblichen Artgenossen rieche, sagt Puttkamer mit einem zwinkernden Auge und zeigt eine irische Würgefalle mit sechs Eingängen. „Auch da sind die Männchen Testosteronsklaven.“ Das sei nicht anders als beim Menschen.

„Mir geht es dabei aber nicht um das Töten, sondern mich faszinieren die dahinter steckenden Ideen“, sagt Puttkamer. Die Zahl der unterschiedlichen Wirkungsmechanismen sei gar nicht so hoch, es gebe aber zig Variationen.

Die älteste Jagdtechnik im Museum ist eine Klotzfalle, bei der ein Hartholzklotz die Tiere nach Fressen des Köders erschlägt. Puttkamers neueste Fallen stammen aus China und arbeiten mit Klebstoff. Gleich eine ganze Mäusefamilie fasst der Tank der Bender’schen Wasserfalle. Der Hersteller garantiere Platz für 18 Mäuse, sagt Puttkamer. „Leider hat er vergessen, ein Zählwerk anzubringen.“

Museum Gnutz, De Ohle Weg 18, www.museum-gnutz.de

André Klohn

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