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Norddeutschland Mehr Geld für Grundschullehrer
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20:21 17.04.2018
Christian-Albrechts-Universität Kiel Gegründet: 1665 Studenten: 26500 Studiengänge: 190
Kiel

Die Mehrausgaben fürs Land: rund 27,5 Millionen Euro pro Schuljahr. Jahrelang schon wurde über eine solche Anpassung der Grundschullehrer-Besoldung debattiert – Lehrer an Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Sonderschullehrer werden schon jetzt nach A13 besoldet, verdienen je nach Dienstalter 3900 bis 5000 Euro pro Monat. Für eine verheiratete Lehrerin mit zwei Kindern kommen zum Beispiel noch 350 Euro Familienzuschlag hinzu. Die Summen geben das Bruttogehalt an, bei Beamten werden davon allerdings nur die Lohnsteuer und der Eigenanteil zur privaten Krankenversicherung abgezogen, aber keine Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Grundschullehrkräfte werden in Schleswig-Holstein künftig besser bezahlt – nach Besoldungsstufe A13 statt nach A12, ein Plus von bis zu 503 Euro brutto im Monat. Als erste kommen Schulleiter und Stellvertreter in den Genuss der Erhöhung. Das hat das Jamaika-Kabinett gestern beschlossen.

Rund 7000 Grundschullehrer an 473 Schulen dürfen sich über die Anhebung freuen. Allerdings kommt sie nur in sechs gleichmäßigen Stufen. Das volle A13-Gehalt gibt es dann erst ab dem Jahr 2026. „Die Angleichung ist ein Zeichen der Wertschätzung“, sagt CDU-Bildungsministerin Karin Prien. Sie ist allerdings vor allem auch den jetzt vergleichsweise hohen Steuereinnahmen des Landes und dem drohenden Mangel an Nachwuchskräften geschuldet. So zahlen etwa Sachsen, Brandenburg und Berlin, die unter einem starken Lehrermangel leiden, Grundschullehrern bereits A13. Nordrhein-Westfalen will in Kürze nachziehen.

Hamburg hat immerhin die Grundschulleitungen schon hochgestuft. Das hat die Landesregierung zum 1. August 2019 auch mit den rund 700 Leitungsposten in Schleswig-Holstein vor. Man müsse junge Menschen für den Beruf begeistern und ihnen auch Aufstiegschancen geben, sagt Karin Prien.

Bislang bekommen Schulleiter im Norden je nach Größe der Schule oft nur einen minimalen Gehaltszuschlag dafür, dass sie Führungsaufgaben übernehmen. Entsprechend gering ist derzeit die Neigung vieler Lehrer, sich auf solche Stellen zu bewerben.

Während sich die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und FDP für die Gehaltsanpassung lobten, übten SPD- und SSW-Opposition sowie die Lehrergewerkschaft GEW Kritik – weil die Anpassung ihrer Ansicht nach viel zu langsam erfolge. „Die Landesregierung will sich für die Umsetzung viel zu viel Zeit lassen“, sagt etwa GEW–Chefin Astrid Henke. „Acht Jahre bis zum endgültigen Erreichen von A13 gehen gar nicht.“

Ebenfalls neu regeln will die Jamaika-Koalition die Lehrerausbildung – zumindest dem Namen nach. So soll die Universität Kiel laut Kabinettsbeschluss künftig wieder „Gymnasiallehrer“ ausbilden, die Universität Flensburg reine „Gemeinschaftsschullehrer“. Der Gesetzentwurf soll in Kürze im Landtag weiter beraten werden. Den von der SPD-geführten Vorgängerregierung eingeführten einheitlichen Sekundarschullehrer werde es dann in Zukunft nicht mehr geben, sagte Karin Prien gestern nach der Kabinettssitzung. In der Praxis dürfte sich dadurch allerdings nicht viel ändern. So dürfen auch in Flensburg ausgebildete „Gemeinschaftsschullehrer“ künftig „bei Bedarf“ an Gymnasien im Land unterrichten.

Von Wolfram Hammer

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