Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Mehr Unfälle und weniger Verkehrstote im Norden
Nachrichten Norddeutschland Mehr Unfälle und weniger Verkehrstote im Norden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:48 14.03.2016
Quelle: Tilo Wallrodt
Anzeige
Kiel

Mehr Unfälle, weniger Verkehrstote, und Autobahn-Baustellen als Sonderrisiko - Schleswig-Holsteins Verkehrssicherheitsstatistik für 2015 offenbart ein differenziertes Bild. Von Licht und Schatten sprach Innenminister Stefan Studt (SPD) am Montag bei der Vorstellung des Berichts.

Die Zahl der Unfälle stieg bei weiter zunehmender Verkehrsdichte im vergangenen Jahr um 7,1 Prozent auf 85 220. Dabei wurden gut 16 400 Menschen verletzt, 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Das sind die höchsten Werte seit sechs Jahren. Mehr Privatautos und Lastwagen auf den Straßen, mildes Wetter, niedrige Spritpreise und in der Folge mehr Verkehr - diese Faktoren gehören laut Polizei zu den Gründen für die Zunahme der Unfälle. Die Zahl der Verkehrstoten sank 2015 allerdings um 14 auf 107 und damit auf den zweitniedrigsten Wert, der jemals registriert wurde.

Besonders stark nahmen Unfälle auf Autobahnen zu - um 21,1 Prozent auf 4675. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich hier um 19,4 Prozent auf 1198. „Die regen Bautätigkeiten auf den Autobahnen haben negative Auswirkungen auf die Unfallzahlen“, stellte der Minister fest. Allein auf der A7 gab es eine Zunahme um ein Drittel auf mehr als 1400. Minister Studt appellierte an das Verantwortungsbewusstsein: „Wer rast und drängelt, wer ohne Gurt fährt und am Steuer telefoniert, gefährdet sich und andere akut.“

Als „Sorgenkinder“ entpuppten sich weiter zunehmend ältere Autofahrer. Die Zahl der Unfälle, die Senioren verursachten, stieg um fast fünf Prozent auf 3131. Dabei starben 28 Menschen; 2416 wurden verletzt. Bei fast zwei Dritteln der Unfälle unter Beteiligung von Senioren sind diese die Hauptverursacher. Besonders in komplexen Situationen seien sie häufig überfordert, heißt es in dem Bericht. Auch in Unfälle mit Elektrofahrrädern, deren Zahl sehr stark wuchs, waren oft Ältere ab 65 Jahren verwickelt.

Die Zahl der Unfälle mit Kindern fiel 2015 um 2,8 Prozent auf 1303. Allerdings verunglückten mit 1389 Mädchen und Jungen 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Häufigste Unfallursache insgesamt war Missachtung der Vorfahrt, gefolgt von Fehlern beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren sowie zu schnellem Fahren. Bei 6,5 Prozent aller Unfälle war Alkohol im Spiel.

Im vergangenen Jahr musste die Polizei die Verkehrsüberwachung erheblich drosseln, weil sie viele Beamte für Großeinsätze wie die G7-Treffen in Lübeck und Elmau (Bayern) oder die Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes in Frankfurt abstellen musste. Hinzu kam die hohe Flüchtlingszahl. In diesem Jahr soll die Überwachung wieder hochgefahren werden. Den Einsatz von Videowagen will die Polizei auf Autobahn-„Rennstrecken“ konzentrieren. Personal wird hier anders als zunächst geplant nicht abgebaut.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige