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Norddeutschland Mehr als 200 Knochenbrüche
Nachrichten Norddeutschland Mehr als 200 Knochenbrüche
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21:39 09.01.2017
Hochbetrieb in Kliniken und Praxen im Norden: Etliche Fußgänger und Radfahrer rutschten am Wochenende auf den spiegelglatten Gehwegen aus und verletzten sich. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Lübeck/Kiel

Überfüllte Notaufnahmen und Dauereinsätze im OP: Das extreme Winterwetter am Wochenende hat im Norden nicht nur ein Verkehrschaos ausgelöst. In den Krankenhäusern herrschte Hochbetrieb, Ärzte und Pflegepersonal arbeiteten im Akkord. Der Grund: Etliche Fußgänger und Radfahrer waren auf den spiegelglatten Gehwegen ausgerutscht und hatten sich dabei verletzt. Allein in den Unikliniken in Kiel und Lübeck wurden am Sonnabend und Sonntag mehr als doppelt so viele Patienten wie gewöhnlich mit Knochenbrüchen eingeliefert. „Am Campus Kiel gab es 98 Patienten, die unfallchirurgisch versorgt werden mussten, am Campus Lübeck waren es 90“, sagt Maximilian Hermsen von der Stabstelle interne Kommunikation des UKSH. „Die Mitarbeiter in den Gipsräumen waren dauerhaft im Einsatz.“

Ein ähnliches Bild bot sich in der Notaufnahme der Asklepios Klinik in Bad Oldesloe: Hier wurden am Sonnabend 45 Personen mit Verletzungen behandelt. 15 von ihnen mussten stationär aufgenommen werden. „Wir haben sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag und Montag Patienten aufgrund ihrer Frakturen operiert“, sagt Dr. Christian Grenz, Assistenzarzt in der Chirurgie der Asklepios Klinik.

Besonders ältere Menschen seien betroffen gewesen, sie zogen sich vor allem Frakturen am Handgelenk, Ellenbogen und Oberschenkelhals zu. „Wer ausrutscht, streckt instinktiv seine Arme aus, um sich abzustützen“, erklärt Grenz, „daher mussten wir besonders oft Frakturen der handgelenksnahen Unterarmknochen und des Ellenbogens versorgen.“

Auch Hausärzte und Orthopäden müssen Sonderschichten einlegen: „Wir hatten am Montag 15 Patienten, die aufgrund des Glatteises behandelt werden mussten“, sagt Selina Freund vom Orthopädischen Zentrum in Lübeck. „Der Andrang war so groß, dass wir einige Patienten auf die nächsten Tage vertrösten mussten.“

Alles begann am Sonnabendmorgen, als feiner Sprühregen auf den bereits gefrorenen Boden fiel – innerhalb weniger Minuten waren Straßen und Bürgersteige mit einer rutschigen Eisschicht überzogen (die LN berichteten). Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor dem Blitzeis gewarnt. Dennoch wurden landesweit über 200 glättebedingte Verkehrsunfälle gemeldet.

In vielen Regionen blieb die Eisschicht bis Sonntag früh auf Straßen und Wegen. Auch Zeitungszusteller waren betroffen. „Aufgrund des Wetters konnten die LN im Stadtbereich Lübeck und dem südlichen Verbreitungsgebiet am Sonntag erst später zugestellt werden“, sagt Marko Schomacker, Geschäftsführer LN-Zustell GmbH. „Auch in den kommenden Tagen kann es in diesen Bereichen noch zu Verspätungen kommen.“

Von Katrin Diederichs

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