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Norddeutschland Merkels Abschied – wer führt jetzt die CDU?
Nachrichten Norddeutschland Merkels Abschied – wer führt jetzt die CDU?
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19:27 29.10.2018
Angela Merkel tritt Anfang November nach 18 Jahren nicht mehr als CDU-Chefin an. Bundeskanzlerin will sie 16 Jahre lang bleiben – bis 2021. Dann werde sie sich aus der Politik zurückziehen, erklärte sie am Montag in Berlin. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin/Kiel

Die politische Ära Angela Merkel geht zu Ende. Die 64-jährige Kanzlerin will auf dem Parteitag Anfang November in Hamburg nach 18 Jahren nicht erneut für den CDU-Vorsitz kandidieren und sich 2021 ganz aus der Politik zurückziehen. Das kündigte sie am Montag in Berlin an. Sofort entbrannte die Debatte um ihre Nachfolge.

Daniel Günther hat „überhaupt keine Ambitionen“ auf den Vorsitz

Als Erster warf ihr alter Gegenspieler Friedrich Merz den Hut in den Ring. Der 62-Jährige kündigte über die Presse seine Kandidatur an. Kurz darauf folgten die Bewerbungen von Gesundheitsminister Jens Spahn (38) und CDU-Generalsekräterin Annegret Kramp-Karrenbauer (56). Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (57) wird als Kandidat gehandelt. Kiels MP Daniel Günther hingegen winkte sofort ab. „Ich habe überhaupt keine Ambitionen, für den Bundesvorsitz der CDU zu kandidieren“, sagte der 45-Jährige. Und er werde sich auch erst nach einer Klausur des Bundesvorstandes am kommenden Wochenende zu möglichen Bewerbern äußern.

Erster CDU-Abgeordneter fordert auch Seehofer-Rücktritt

Derweil fordert der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Eckhardt Rehberg, bereits den Rücktritt von CSU-Chef Horst Seehofer. Es sei nach den letzten Wochen und Monaten und den Ergebnissen der Landtagswahlen in Bayern und Hessen ein „Treppenwitz der Geschichte“, dass Angela Merkel ihr Amt als Parteichefin zur Verfügung stelle, während Seehofer noch im Amt sei, sagte Rehberg dem Redaktionsnetzwerk RND, zu dem auch die Lübecker Nachrichten gehören.

Unter führenden Politikerin der Nord-Union herrschen derweil unterschiedliche Ansichten, wer die Führung der Bundes-CDU jetzt übernehmen soll. „Ich hätte momentan die größte Präferenz für Jens Spahn. Der hat ein Riesen-Potenzial“, sagt Ostholsteins CDU-Kreischef, der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens. Er würde dann wohl auch eher den konservativen Flügel schärfen. Eine März-Wahl wäre wegen dessen 62 Lebensjahren hingegen kein so gutes Signal an die Jugend.

Unionspolitiker im Norden uneins über Merkel-Nachfolge

„Ich bin ja immer für Frauen“, sagt hingegen die Vorsitzende der Frauenunion und Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann und macht aus ihrer Präferenz für Annegret Kramp-Karrenbauer keinen Hehl. In erster Linie sei sie aber erst einmal traurig über Merkels Rückzug. „Ich fand ihre Politik richtig und gut.“ Sie hätte sich am Ende der Ära Merkel daher auch einen anderen Übergang gewünscht. Lübecks CDU-Kreischefin Anette Röttger will erst mal ihre Gremien fragen. Auch die Kreischefs aus dem Herzogtum Lauenburg und Stormarn, Klaus Schlie und Tobias Koch, zugleich Landtags-Fraktionschef, wollen sich noch nicht äußern.

„Fragen sie mich mal zwei Tage vor dem Bundesparteitag wieder – wer weiß denn, wer bis dahin noch alles antritt“, ulkt derweil der Parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp. Merz’ Kandidatur hält er für „beachtlich“, Spahn räumt er nur Außenseiterchancen ein. Dass sich so schnell so viele Kandidaten melden, „das hat es in der CDU ohnehin noch nicht gegeben“. Das werde die Wahl auf dem Bundesparteitag allerdings auch unglaublich spannend machen. Denn: Schaue man sich nur schon die bisherigen Kandidaten an, werde die Wahl zugleich eine politische Richtungsentscheidung werden, sagt Arp.

Merkel: Entscheidung schon vor der Sommerpause gefallen

Merkel erklärte am Montag, dass sie sich schon vor der Sommerpause zum Rückzug vom Parteivorsitz entschlossen habe, aber bis 2021 Kanzlerin bleiben wolle – bislang hatte sie öffentlich stets betont, dass Kanzlerschaft und Parteivorsitz in eine Hand gehörten. Nach den schlechten Wahlergebnissen in Bayern und Hessen habe sie die für Anfang November geplante Ankündigung jetzt aber um eine Woche vorgezogen. Nach dem CSU-Debakel in Bayern hatte am Sonntag auch die Hessen-CDU über elf Prozentpunkte Verlust eingefahren, kann nur dank hoher Grüner Zugewinne mit den Grünen knapp weiter regieren.

Wolfram Hammer

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