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Norddeutschland Millioneneinnahmen durch Hamburger Hafenschlick
Nachrichten Norddeutschland Millioneneinnahmen durch Hamburger Hafenschlick
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20:16 11.08.2017

Das Geschäft mit Hamburger Hafenschlick läuft wie geschmiert. Nach Information der „Kieler Nachrichten“ hat die Hansestadt seit 2014 bereits mehr als 13 Millionen Euro für die Verklappung von Baggergut nahe Helgoland an Schleswig-Holstein überwiesen. Nach Auskunft der Hamburger Hafenbehörde könnte Schleswig-Holstein in den kommenden Jahren nochmals bis zu 20 Millionen Euro einstreichen.

„Wir verwenden das Geld für den Naturschutz im Wattenmeer“, berichtet die Sprecherin des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums, Jana Ohlhoff. Für die Schlick-Millionen wurde sogar eigens eine Nationalpark-Stiftung gegründet. „Wir haben die ersten 7,3 Millionen Euro als Grundstock der Stiftung angelegt“, sagt deren Vorsitzender Detlef Hansen.

Weitere sechs Millionen Euro seien auf dem Stiftungskonto „geparkt“. Dieses Geld soll in einen bunten Strauß von Maßnahmen fließen, darunter den Ausbau des Multimar Wattforums in Tönning, in Werbemaßnahmen für das Welterbe Wattenmeer oder in Projekte für eine nachhaltige Krabbenfischerei.

Weitere Millionen winken. Im Hamburger Hafen laufen die Baggerarbeiten seit Mitte Juni. Laut des aktuellen Vertrages mit Schleswig-Holstein dürfen jährlich bis zu 1,5 Millionen Tonnen Schlick (Trockensubstanz) bei der Tonne E3 verklappt werden. „Die Hafenbehörde wird aufgrund der anhaltend sehr hohen Sedimentation im Hamburger Hafen auch in diesem Jahr die genehmigten Mengen voraussichtlich ausschöpfen müssen“, teilte die Behörde mit. Für jede Tonne Trockenschlick erhält Schleswig-Holstein fünf Euro. Unter dem Strich könnte das nördlichste Bundesland so allein im laufenden Jahr bis zu 7,5 Millionen Euro kassieren.

Das Umweltministerium betont mit Blick auf den „sensiblen Naturraum“ Wattenmeer, dass die Verbringung des Baggerguts überwacht wird und strenge Öko-Auflagen gelten. „Die Verklappung hat keinen Einfluss auf die Schutzgebiete“, bestätigt Hansen, der hauptberuflich die Nationalparkverwaltung in Tönning leitet. Mit an Bord sind beim Schmuddelgeschäft auch die Öko-Verbände. „Die Verklappung an der Tonne E3 ist noch die am wenigsten schädliche Lösung“, sagt der Leiter des WWF- Wattenmeerbüros, Hans-Ulrich Rösner.

Der Schlick-Vertrag läuft noch bis Ende 2021, erlaubt Hamburg in diesem Zeitraum aber nur die Verklappung von insgesamt höchstens fünf Millionen Tonnen Baggergut. Das Schlick-Geld hatte Schleswig-Holstein 2014 eingeführt. Damals betrug es zwei Euro je Tonne. In den zehn Jahren davor hatte Hamburg mehrere Millionen Tonnen Schlick kostenlos vor der Küste Schleswig-Holsteins verklappt.

Ulf B. Christen

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