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Norddeutschland Missbrauchte Mädchen müssen nicht aussagen
Nachrichten Norddeutschland Missbrauchte Mädchen müssen nicht aussagen
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21:14 04.08.2016
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Kiel

Die beiden zur Tatzeit fünf und sieben Jahre alten Mädchen, die im Januar in Kiel-Gaarden sexuell schwer missbraucht wurden, brauchen vor Gericht vorläufig nicht gegen den mutmaßlichen Täter (31) auszusagen. Stattdessen will die Jugendstrafkammer des Kieler Landgerichts Videoaufnahmen ihrer polizeilichen Anhörungen in Augenschein nehmen.

Möglich wurde diese Regelung durch das Einverständnis der Verteidigung, die am dritten Verhandlungstag auf die persönliche Vernehmung der Opfer verzichtete. Auch der Beschuldigte selbst, der nach vorläufigem Gutachten wegen einer Psychose zur Tatzeit schuldunfähig war, willigte auf Nachfrage des Vorsitzenden Stefan Becker ein. „Das ist eine gute Nachricht“, sagte die Rechtsanwältin der Nebenklage, Charlotte Spieler. Sie vertritt das ältere Mädchen, das am 31. Januar mit der Aussicht auf Barbiepuppen in eine Wohnung in der Norddeutschen Straße gelockt und sexuell schwer missbraucht wurde.

Im Prozess schweigt der kleine, untersetzte Mann im schwarzweiß gestreiften Trainingsanzug. Nach seiner Festnahme hatte er den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegenüber zwei Polizeibeamtinnen zurückgewiesen. Wie eine Zeugin von der Kripo berichtete, berief sich der 31-Jährige dabei auf Allah. Eine solche Tat sei ganz schlimm, habe der Beschuldigte erklärt. Und: Wenn er so etwas getan hätte, hätte Allah ihn „schon längst getötet“. Der Prozess wird am 24. August fortgesetzt, mit einem Urteil ist Mitte Oktober zu rechnen.

gey

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