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Norddeutschland Mit 113 Euro pro Kind ins neue Schuljahr
Nachrichten Norddeutschland Mit 113 Euro pro Kind ins neue Schuljahr
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17:30 07.09.2016
Deutschlandweit werden durchschnittlich 139 Euro pro Kind zum neuen Schuljahr ausgegeben. Quelle: Fotolia
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Lübeck/Kiel

Ganz oben auf der Einkaufsliste, die oft von den Lehrern vorgegeben wird, stehen Hefte und Bücher sowie Schreibwaren wie Buntstifte und Füller. Für Erstklässler müssen meist auch noch Tuschkasten, Pinsel, Knete, Wachsmalstifte, Schere, Klebe und Malblöcke besorgt werden. „Da kommen schnell 50 Euro zusammen“, sagt Birgit Mickeleit, Leiterin des Bürowaren-Fachgeschäfts Heinr. Hünicke in der Lübecker Innenstadt.

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Deutschlandweit werden durchschnittlich 139 Euro pro Kind zum neuen Schuljahr ausgegeben. Dabei liegt Bremen im Ranking der Bundesländer vorn (168 Euro), Hamburg mit 97 Euro hinten. Bei ABC-Schützen kommen im Schnitt 160 Euro zusammen, die Schultüte noch gar nicht mitgerechnet. Dabei sind die Schleswig-Holsteiner mit 48 Euro noch einigermaßen sparsam. In Thüringen wird sogar 80 Euro für Schultüte und Inhalt ausgegeben. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Online-Marktplatzes RetailMeNot.de. Befragt wurden 1018 Eltern schulpflichtiger Kinder in Deutschland.

„Die Einschulung ist ein großes Thema“, weiß auch Monika Dürrer vom Einzelhandelsverband Nord. Der Handelsverband für Bürowirtschaft und Schreibwaren hat in 2015 ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchen können. „Von der Kundenzahl und auch umsatzmäßig ist es ähnlich wie in der Vorweihnachtszeit“, berichtet Birgit Mickeleit von Hünicke. Schon in der letzten Ferienwoche häuften sich die Einkäufe für den Unterricht. In der kommenden Woche sei der Höhepunkt zu erwarten.

Inzwischen profitiert auch die Gastronomie. „Die Leute kommen nicht nur nach der Einschulung, sondern manchmal auch beim Wechsel an die weiterführende Schule mit der Familie“, berichtet Carsten Petersen, Geschäftsführer vom Vai-Bistro in Lübeck. „Das ist immer mehr geworden in den vergangenen Jahren.“ Auch Axel Strehl, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Schleswig-Holstein, weiß von kleinen Gesellschaften zwischen sechs und 15 Personen, die sich nach der Feier in der Grundschule das Essen servieren lassen. „Das ist ein Tag, an dem wir zusätzlichen Umsatz generieren“, sagt er. Sein Restaurant in Ahrensburg öffnet am Tag der Einschulung extra mittags. Geboten wird ein Familienbuffet, aber auch Speisen, die bei Kindern beliebt sind wie Nudeln, Pizza und kleine Schnitzel. Zur Unterhaltung ist ein Zauberer engagiert, berichtet Strehl. „In diesem Jahr gibt es 100 Anmeldungen.“

„Tatsächlich ist die Einschulung etwas Besonderes für Kinder und Eltern“, meint Ingo Loeding, stellvertretender Landeschef beim Kinderschutzbund. „Das wird zelebriert.“ Dabei sollte man aber Augenmaß walten lassen. „Viele können sich große Feiern und Geschenke gar nicht leisten.“ Es komme vor allem auf die Symbolik an.

 Julia Paulat

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