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Norddeutschland Mit Drohnen und Scannern zum 3D-Modell der Fehmarnsundbrücke
Nachrichten Norddeutschland Mit Drohnen und Scannern zum 3D-Modell der Fehmarnsundbrücke
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20:36 26.09.2016
Die Fehmarnsundbrücke mit Drohnen und 3D-Scannern neu vermessen. Quelle: pm
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Großenbrode/Fehmarn

Welche Zukunft hat die Fehmarnsundbrücke? Wie wird eine neue Sundquerung aussehen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, befindet sich die Deutsche Bahn in der Vorplanung für die vier denkbaren Querungs-Varianten. Teil der Vorplanung ist das „Building Information Modeling“ (BIM). Bei diesem Vermessungsverfahren an der Sundbrücke werden mit Kameras bestückte Drohnen sowie 3-D-Laserscanner eingesetzt. Die Aufnahmen werden miteinander verknüpft, so dass dreidimensionale Aufnahmen entstehen. Die Deutsche Bahn stellte dieses Verfahren – es wird bundesweit bei 13 Pilotprojekten eingesetzt – gestern an der Brücke vor.

Sundquerung: Kosten für die Vorplanung liegen zwischen zehn und 15 Millionen Euro.

Bisher hat die Drohne mehr als 6000 Bilder von der Sundbrücke erstellt. Der Laserscanner wurde zudem an 34 Standorten eingesetzt. All die erhobenen Daten bilden – kombiniert mit den Bauwerksplänen aus den 60er Jahren – eine valide Grundlage und fließen in die Planungen der Querungsmöglichkeiten ein. Diese sind notwendig, da die bestehende Sundbrücke mit Blick auf die zu erwartenden Mehrverkehre auf Schiene und Straße nach Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels die zukünftigen Belastungen nicht mehr trägt.

Bahnprojektleiter Bernd Homfeldt erläutert: „Bei allen vier Varianten integrieren wir auch die Sundbrücke in die Überlegungen. Wir stellen Überlegungen an, wie diese Varianten mit oder ohne Einsatz der Bestandsbrücke aussehen könnten.“ Ob die Sundbrücke tatsächlich erhalten wird, bleibt weiter unklar. Denn Homfeldt hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Haltbarkeit einer Brücke endlich sei. Gestern führte er noch aus: „Sollte die Sundbrücke für den zukünftigen Straßenverkehr fitgemacht werden, müssten erhebliche Verstärkungen und Sanierungen am Bauwerk vorgenommen werden.“

Mit erheblichen Zusatzkosten. Sollte die Brücke künftig nicht mehr für Schiene und Straße eingesetzt werden, dürfte es mit dem Erhalt des Bauwerkes schwierig werden. Denn dann müsste ein neuer Betreiber anstelle von Land und Bahn gefunden werden – auch hier mit hohen Kosten verbunden.

Die vier Varianten sind: Neubau einer kombinierten Brücke mit Schiene und Straße, Bau von zwei neuen Brücken (Schiene und Straße getrennt), kombinierter Absenktunnel und Neubau eines Bohrtunnels mit mindestens vier Röhren. Die Vorplanungen dieser Varianten inklusive und exklusive Sundbrücke verschlingen Kosten in Höhe von zehn bis 15 Millionen Euro.

Die aufwendigen Voruntersuchungen hat das Bundesverkehrsministerium beauftragt. Da es sich bei der Sundquerung nicht allein um ein Bauwerk für die Bahnschiene, sondern auch für Straßenverkehr handelt, ist auch der Landesbetrieb Straßenbau involviert.

 Peter Mantik

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