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Norddeutschland Mit Spekulatius ins Freibad
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22:17 05.09.2016
Erstes Weihnachtsgebäck liegt schon in den Regalen. Quelle: dpa
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Lübeck

Sonne pur und Temperaturen um die 25 Grad: Die Wetteraussichten machen Lust aufs Freibad. Doch beim Gang in den Supermarkt könnte die Sommerlaune schnell verflogen sein. Denn in vielen Geschäften startet in diesen Tagen bereits die Weihnachtszeit: Die ersten Zimtsterne, Dominosteine und Spekulatius liegen schon in den Regalen. Für die evangelische Kirche ist das zu früh. „Die durchgängige Kommerzialisierung der christlichen Feste ist uns nicht recht“, sagt Thies Gundlach, der Vizepräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sowohl der Zeitpunkt des Verkaufs als auch die Bezeichnung „Herbstgebäck“ sind ihm ein Dorn im Auge. Seit einiger Zeit hat der Handel Zimtsterne und Co. schlicht umgetauft.

 

Die Deutschen lieben Adventsgebäck wie Spekulatius: Der Pro-Kopf- Verbrauch liegt jährlich bei rund 900 Gramm. Quelle: Fotolia
„Weihnachtsgebäck gehört zu Weihnachten. Es sollte deshalb nicht vor November verkauft werden.“ Horst Spiesky (65) aus Bad Oldesloe Quelle: Maxwitat
„Ich finde, für Weihnachtsgebäck ist es zu früh. Es ist zu warm. Ich bin doch noch gar nicht in Weihnachtsstimmung.“Myriam Kurth (39) aus Lübeck Quelle: Maxwitat
„Ich kann verstehen, dass es jetzt schon in die Läden kommt. Später backen die Leute selbst, dann bekommen sie es nicht mehr verkauft.“ Anette Finck (47) aus Lübeck Quelle: Maxwitat

Die Herkunft werde damit bewusst unsichtbar gemacht, sagt Gundlach. Der Advent, für den das Gebäck wie Spekulatius eigentlich gebacken wurde, sei eine Bußzeit – eine Zeit der Bescheidenheit. Früher hätten die Menschen sogar gefastet und sich mit dem etwas trockeneren Gebäck begnügt. All das, um sich auf Weihnachten vorzubereiten. Ohne dieses Bewusstsein gehe der Sinn der Leckereien verloren.

„Dann können Sie auch ganz normalen Kuchen essen“, sagt Gundlach. Für die Nordkirche passt das Gebäck jetzt einfach nicht in die Zeit. „Weihnachtsgebäck, das schon in den Regalen liegt, steht quer zum Rhythmus des Jahres“, sagt Sprecher Stefan Döbler. Wenn alles gleichzeitig verfügbar sei, gebe es keine Unterschiede mehr. Die Katholische Kirche betont, dass die Zeit zur Weihnachtsvorbereitung der Advent sei. „Der beginnt am 27. November“, sagt Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums Hamburg, zu dem Schleswig-Holstein zählt. „Vorher kann man sich noch um andere Dinge kümmern.“

Gefühlt startet die Weihnachtszeit im Supermarkt jedes Jahr früher. Doch dem ist nicht so. Laut einer Studie des digitalen Prospektdienstleister „Marktjagd“ beginnt der Verkauf immer um die gleiche Zeit, und zwar in der 36. Kalenderwoche – also in dieser Woche. Dafür hat der Dienstleister von 2009 bis 2015 die digitalen Prospekte von Supermärkten und Discountern analysiert. „Viele regen sich darüber auf, dass das Gebäck so früh kommt“, sagt Monika Dürrer, Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord. „Sie greifen dann aber doch zu.“ Markus Jablonski, Sprecher der Handelskette Real, beobachtet insbesondere zu Saisonbeginn eine sehr große Nachfrage: „Die Leute haben wirklich darauf gewartet.“ Für die Schoko-Weihnachtsmänner ist es aber definitiv noch zu früh – und zu heiß. Sie halten erst ab Mitte Oktober, wenn es kühler ist, Einzug in die Läden.

 juk

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