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Norddeutschland Modegetränk Energy-Drinks – bald nur noch ab 18 Jahren?
Nachrichten Norddeutschland Modegetränk Energy-Drinks – bald nur noch ab 18 Jahren?
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00:00 30.10.2012
Kiel

Gibt es Red Bull bald nur noch gegen Vorlage des Personalausweises? Was utopisch klingt, könnte Wirklichkeit werden. Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) fordert ein Verkaufsverbot von Energy-Drinks an Jugendliche unter 18 Jahren. „Gerade Kinder und Jugendliche müssen geschützt werden, da in der Disco und beim Sport die Gefahr eines übermäßigen Konsums besteht“, sagt Armin Valet von der VZHH. Der Experte verweist auf Fälle, bei denen Jugendliche nach dem Konsum der stark koffeinhaltigen Getränke ums Leben kamen.

Der Genuss von Energy-Drinks in Verbindung mit Alkohol oder körperlicher Anstrengung birgt aus Sicht der Verbraucherschützer die größte Gefahr für die Jugendlichen. Zwar gebe es zu diesem Sachverhalt noch keine Langzeitstudien, ein Zusammenhang mit akuten Nebenwirkungen wie Herzrasen und Krampfanfällen sei aber wahrscheinlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung führt gleich mehrere Todesfälle an. So erlitt ein 23-jähriger Sportler beim Fußballspielen einen Herzinfarkt, nachdem er Energy-Drinks zu sich nahm. Eine 31-Jährige brach nach dem Konsum von Wodka und Energy-Drinks bei einer Party zusammen und verstarb im Krankenhaus.

Bei sechs der neun deutschen Giftinformationszentren gingen zwischen 2001 und 2007 insgesamt 91 Meldungen über unerwünschte Wirkungen nach dem Konsum von Energy-Drinks ein. Erst im vergangenen Jahr starb eine 14-Jährige in den USA. Sie hatte zwei Dosen eines Energy-Drinks innerhalb von 24 Stunden konsumiert. Die Ärzte gehen als Todesursache von Herzrhythmusstörung durch Vergiftung mit Koffein aus.

„Viele Jugendliche wissen nicht, dass ihnen diese Substanzen in großer Menge schaden können“, sagt Gudrun Köster, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig- Holstein. „Auch die bisher vorgeschriebenen Beschriftungen sind nicht ausreichend“, warnt ihr Kollege aus Hamburg.

Bisher müssen die Dosen und Flaschen mit dem Hinweis „erhöhter Koffeingehalt“ gekennzeichnet werden, gefolgt von der Angabe, wie viel Koffein in 100 Milliliter Getränk vorhanden ist (siehe Infokasten). Das sei vollkommen ausreichend, findet Hans-Martin Bohac. „Wenn die Getränke bestimmungsgemäß konsumiert werden, sind sie ungefährlich“, sagt der Lebensmittel-Referent des Einzelhandelsverbands Nord in Kiel. Ohnehin entstünden die Probleme vor allem durch das Mischen mit hochprozentigem Alkohol. Diesen dürfe der Handel nicht an Jugendliche unter 18 verkaufen. „Selbst wenn Jugendliche auf anderem Wege an Branntwein kommen: Sie dürften ihn nicht konsumieren“, so Bohac weiter. „Ein Verkaufsverbot für Energy-Drinks halte ich daher nicht für nötig.“

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