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Norddeutschland Mord vor 35 Jahren: Geständnis
Nachrichten Norddeutschland Mord vor 35 Jahren: Geständnis
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21:18 17.01.2017
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Flensburg/Schleswig

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer Schleswiger Rentnerin vor 35 Jahren hat der 52-jährige Angeklagte aus Ostholstein ein Geständnis abgelegt. Die 73-Jährige habe um Hilfe gerufen, „so dass ich in Panik geriet (. . .) und ihr ein Sofakissen auf das Gesicht drückte“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme, die der Anwalt des Mannes gestern vor dem Flensburger Landgericht vorlas. Er habe eine „schlimme Phase“ durchgemacht, viel Alkohol und Drogen konsumiert, hieß es. Wohl unter dem Vorwand, telefonieren zu wollen, habe er geklingelt, um die Frau zu bestehlen. „Ich wollte nicht, dass sie stirbt.“ Dass er auch sexuelle Handlungen an dem Opfer vorgenommen haben soll, sei für ihn „nicht mehr nachvollziehbar“. „Besonders vor dem Hintergrund, dass ich damals erst 17 war.“ Deswegen findet die Verhandlung auch vor dem Jugendgericht und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Diese alte Aufnahme zeigt das Mordopfer Erna G..

Eine Spermaspur hatte den Mann laut Staatsanwaltschaft erst im Sommer 2016 überführt. Als ihm seine Schwester am Telefon von der DNA-Probe berichtete, die er bei der Polizei abgeben sollte, sei er in Richtung Frankreich gefahren, habe seiner Partnerin eine Abschiedsnachricht geschickt und das Handy ausgeschaltet. Kurze Zeit später nahmen ihn Polizisten in einem Saarbrücker Hotel fest. Seit 2012 hatten die Ermittler wieder intensiver an dem Fall gearbeitet und mit einem Massen-Gentest nach dem Täter gefahndet.

Im Gespräch mit der Vorsitzenden Richterin Birte Babener sagte der angeklagte Familienvater aus Ostholstein nun: „Mir ist das die ganzen Jahre nicht aus dem Kopf gegangen. (. .. ) Auf der Arbeit, nach der Arbeit habe ich mich zulaufen lassen. Ich kam damit nicht fertig.“ Der 1986 bereits wegen Tötung eines Siebenjährigen zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilte Mann habe Angst gehabt, wegen der Tat aus dem Juni 1982 wieder ins Gefängnis zu müssen.

„Die Tat hat mich verfolgt. Ich habe Unrecht getan“, sagte der Angeklagte, der angab, seit seiner Kindheit auf sich gestellt gewesen zu sein. Mit seiner Schwester wohnte er jahrelang in einem Heim.

Was das Verbrechen innerlich bei ihm auslöste? „Trauer.“ Die Vernehmung bei der Polizei sei befreiend gewesen. Was in der Wohnung der Rentnerin genau abgelaufen ist, daran konnte sich der Angeklagte dort und vor Gericht aber nicht mehr genau erinnern.

In einem in der Verhandlung vorgelesenen Brief seiner Partnerin und Kinder versicherte ihm seine Lebensgefährtin vor wenigen Tagen: „Egal, was dabei rauskommt, ich liebe Dich.“

LN

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