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Norddeutschland Müllmann auf vier Beinen: In Lüneburg sorgen Hunde für Sauberkeit
Nachrichten Norddeutschland Müllmann auf vier Beinen: In Lüneburg sorgen Hunde für Sauberkeit
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02:15 12.09.2013
Mit Feuereifer dabei: „Lucy“ sammelt im Kurpark in Lüneburg Müll ein. Am Ende sollen die Hunde ihn in den Abfalleimer bringen. Quelle: Foto: dpa

Während der einzige anwesende Rüde „Stui“ noch seine Nase tief in einen Maulwurfshügel steckt, bringt Kursteilnehmerin „Lucy“ schon die erste Plastikflasche. Vorbildlich wartet sie auf die nächste Übungsaufgabe. „Ein wenig Labrador, ein wenig Husky — sie ist eine wilde schwarze Mischung“, sagt Lucys Frauchen Kirstin Rau. Auch der anhaltende Nieselregen hat die beiden nicht davon abhalten können, zum Abendkurs im Lüneburger Kurpark zu kommen. Insgesamt sind sechs Hunde mit ihren Besitzerinnen da, die Vierbeiner tragen ein rotes Halstuch. „Waste Watch Dog“ steht darauf, mit „Müll-Beobachter-Hund“ nur holprig zu übersetzen. Hier werden Müllsammler ausgebildet. Der Kurs soll Beschäftigung für Hunde mit Nützlichem verbinden — am Ende sollen die Tiere den aufgesammelten Müll selbstständig zum nächsten Abfallbehälter bringen.

„Wichtig ist nur, dass er Spaß daran hat“, sagt Ausbilderin Kate Kitchenham. „Man wird immer wieder überrascht. So gibt es Zwergpudel, die beim Müllsammeln begeistert dabei sind, während ein klassischer Apportierhund wie der Golden Retriever das blöd findet.“

Die Idee mit dem Müllsammeln ist bundesweit wohl einzigartig, auch das Fernsehen hat schon angefragt. „Ich weiß von keinem vergleichbaren Training“, sagt die 39-Jährige.

„Durch diese Aufgabe ist Lucy viel ausgeglichener“, sagt Kirstin Rau. „Sie ist aufmerksamer und freundlicher geworden.“ Die Besitzerin von „Molly“ sieht es ähnlich. „Als Hütehund braucht sie unheimlich viel Aufgaben“, sagt Martina Arste. Der feste Termin sei zudem eine Möglichkeit, weiter zusammenzuwachsen. „Hunde sind Nutztiere. Doch statt zu Jagen oder Schafe zu hüten liegen sie heute oft nur auf dem Sofa, werden dick oder treiben Schabernack, wie Kekse klauen oder Jogger jagen“, weiß Expertin Kitchenham. „Deshalb macht es Sinn, Hunde zu beschäftigen.“

Doch der nutzbringende Hunde-Einsatz hat Grenzen, selbst wenn die Tiere Spaß daran haben: „Die Hunde sollen nur bestimmte Dinge apportieren. Dazu gehören Plastikflaschen, Chips-Tüten, Cola-Dosen und Getränkekartons“, sagt Kitchenham. Nicht bringen sollten sie freilich für Hunde gefährliche Gegenstände etwa aus Glas oder scharfkantige Dosen. „Auch eklige Dinge wie Toilettenpapier sollen sie liegenlassen.“ Eine Konkurrenz für die Müllabfuhr sind die Hunde nicht. Kitchenham: „Müllmänner müssen bei jedem Wetter ran, auch wenn sie keinen Spaß daran haben — und dem Leinenzwang unterliegen sie auch nicht.“

LN

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