Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Mutige Fotosafari für neuen Bildband
Nachrichten Norddeutschland Mutige Fotosafari für neuen Bildband
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:14 02.10.2016
Auf Streifzug in Schleswig-Holstein, vor der „Passat“ in Travemünde und am Jimi-Hendrix-Gedenkstein auf Fehmarn. Quelle: Pat Scheidemann

Ein Bildband über Schleswig-Holstein sollte es werden. Aber etwas Besonderes, erzählt Herausgeberin Karen Kieback (52). Gemeinsam mit Verleger Vito von Eichborn aus Malente (Kreis Ostholstein) entwickelte sie die Idee für „33 bloße Grüße“. In dem Büchlein durchstreift ein nacktes Paar das Land. „Dadurch werden die Sehenswürdigkeiten lebendig“, schwärmt Kieback. Als gebürtige Husumerin habe sie ihre Stadt nicht „grau und wortkarg“, sondern bunt, frech und sympathisch zeigen wollen. Das sei mit dem nackten Paar sehr gut gelungen. Auch andere bekannte Schauplätze und Gebäude wie das Plöner Schloss, das Lübecker Holstentor, der Strand von St.

Zur Galerie
Nacktes Paar präsentiert die Sehenswürdigkeiten zwischen Fehmarn und Flensburg.

Auflage von 3000 Stück

„33 bloße Grüße – Sehenswürdigkeiten aus Schleswig-Holstein“ ist in einer Auflage von 3000 Stück gedruckt worden. Das 40 Seiten starke Büchlein ist im schleswig-holsteinischen Vitolibro-Verlag erschienen und kostet 12,95 Euro.

Peter-Ording, der Fischmarkt in Eckernförde, das Kloster Cismar und der Pagodenspeicher in Neustadt seien so zu einer eindrucksvollen Kulisse geworden. Dazu gibt es kurze, manchmal humorige und auch überraschende Texte. Schleswig-Holstein werde als fröhliches Land zwischen den Meeren präsentiert, findet Kieback.

Wer aber sind die beiden Nackten, die derart entblößt durch Schleswig-Holstein ziehen? Die bei Schnee Wintersport am Bungsberg versuchen, eng aneinandergekuschelt an einer Häuserecke im ältesten Stadtteil Schleswigs verweilen und bei Nacht Hand in Hand durch den Torbogen des Eutiner Schlosses schlendern? Ihre Gesichter sind auf den Fotos nicht zu erkennen. „Es war von Anfang an klar, dass das Paar anonym bleiben soll“, sagt Kieback.

Per Zeitungsanzeige und mit Aushängen an der Universität in Kiel war nach geeigneten Protagonisten gesucht worden: „Nacktes Paar gesucht für eine verrückte Idee“. Nur ein Paar meldete sich. Ein Treffer. „Die beiden haben sich vor der Kamera ganz natürlich bewegt, weil sie ja auch im richtigen Leben ein Paar sind“, erzählt Kieback. Beide seien Mitte 40, verheiratet und lebten in Schleswig-Holstein. Mehr wird aber wirklich nicht verraten.

Als Accessoire haben die beiden Foto-Models einen roten Regenschirm dabei, der ihre Gesicher verdeckt; und auch rote Gummistiefel – als Hingucker. Damit fühlten sich die beiden irgendwie angezogen, erzählt Kieback. Gefroren habe das Paar im Gegensatz zur dick eingemummelten Fotografin Pat Scheidemann nie, obwohl einige Fotos bei eisigem Ostwind Anfang Januar entstanden sind. Vermutlich war die Aufregung groß.

Ein nacktes Paar vor dem Holstentor? Das dürfte doch einiges Aufsehen erregt haben. Den meisten Menschen habe man mit der Aktion ein Lächeln entlocken können, berichtet Kieback. „Wir waren schließlich zu normalen Tageszeiten an öffentlichen Plätzen.“ Man habe nie etwas abgesperrt. Im Museumshafen Flensburg kamen neben dem Dampfschiff „Alexandra“, vor dem fotografiert werden sollte, gerade zwei Busse an. Die Foto-Models hätten das aber ausgeblendet, das Foto sei trotzdem entstanden. „Viele Passanten fanden das witzig.“ Wenn jemand aus der Menge allerdings versucht habe, Handyfotos zu machen, habe man den Foto-Models auch schon mal einen Bademantel gereicht.

 Julia Paulat

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige