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Norddeutschland Nach Anhörung: Dänen halten an Beltplänen fest
Nachrichten Norddeutschland Nach Anhörung: Dänen halten an Beltplänen fest
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20:42 12.08.2017
So soll er aussehen der Tunnel.  Quelle: dpa

„Die Themen waren überwiegend von grundsätzlicher Natur und so allgemein, dass wir dadurch an unserer Planung nicht viel ändern können“, teilte Femern-Sprecher Jens Villemoes in Kopenhagen nach Auswertung der öffentlichen Anhörung mit. Nicht zuletzt bestimme ein Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark den Bau der Querung. Die Kieler Landesregierung rechnet mit Klagen gegen das Milliardenprojekt am Belt.

„Unser Team von 50 Experten ist auf alle bei Erörterungsterminen gestellten Fragen so gut wie möglich eingegangen“, sagte Villemoes. Es sei das gute Recht eines jeden, sich zu artikulieren. „Es ist allerdings nicht unser Ziel, Projektgegner zu überzeugen.“ Dazu zählen die „Beltretter“. Deren Sprecherin Karin Neumann sagt: „Die Dänen glauben immer noch, hier so arbeiten zu können wie im eigenen Land. Sie sollten endlich akzeptieren, dass wir in Deutschland andere Gesetze haben.“

Unterdessen verleiht eine neue dänische Studie zum Fehmarnbelttunnel den Befürwortern Rückenwind. Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass es auf der Beltroute deutlich mehr Reisende geben wird als zuletzt prognostiziert. Die Experten gehen von sieben Millionen Fahrzeugen zehn Jahre nach Eröffnung des Tunnels aus. Letzte Prognosen nannten drei bis vier Millionen für das Jahr 2030, also unmittelbar nach Tunneleröffnung. Der Branchenanalyst ApS leitet seine optimistische Einschätzung aus Erfahrungen mit der Verkehrsentwicklung auf dem Großen Belt und dem Öresund ab.

Die Dänen würden mit dem Tunnelbau lieber heute als morgen loslegen, machen deshalb weiter Druck. „Wir hoffen sehr, dass das Planfeststellungverfahren nächsten Sommer abgeschlossen werden kann“, sagte Femern-Sprecher Villemoes. Ursprünglich hatten die deutsche Planungsbehörde in diesem Jahr Baurecht schaffen wollen. Das Kieler Verkehrsministerium gab diesen Zeitplan auf. Nach Aussage des neuen „Jamaika“-Ministers Bernd Buchholz (FDP) lässt er das Thema – genauso wie den Bau der A 20 – derzeit auf Beschleunigungsmöglichkeiten überprüfen.

Hinsichtlich der Anbindung des bestehenden Fährhafens Puttgarden peilt der Minister nach Protesten der Reederei Scandlines einen Kompromiss an. „Eine neue Anbindung darf nicht zur Diskriminierung des Fährhafens führen, auch wenn der Tunnel das meiste des fließenden Verkehrs aufnehmen wird“, sagte Buchholz. „Die Interessen von Scandlines müssen genauso berücksichtigt werden.“

Buchholz trifft sich kommenden Donnerstag mit dem Vorstandsvorsitzenden von Femern A/S, Claus F. Baunkjær. Außerdem begleitet er Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf der für Ende September geplanten Dänemark-Reise. Dabei tauscht er sich mit dem dänischen Transportminister Ole Birk Olesen aus. Curd Tönnemann

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