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Norddeutschland Nach Gruselfunden: Prostituierte in Angst
Nachrichten Norddeutschland Nach Gruselfunden: Prostituierte in Angst
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20:13 15.08.2017
Gestern suchten Taucher im Tiefstackkanal nach weiteren Leichenteilen. Dort war am 7. August ein menschlicher Torso gefunden worden. Quelle: Foto: Reinhardt/dpa
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Hamburg

Ein grausiger Fund trübt die Idylle am Hamburger Elbstrand. Im Stadtteil Rissen am Leuchtfeuerstieg, der wegen der schönen Aussicht Camper anzieht, findet ein Spaziergänger vor knapp zwei Wochen ein Leichenteil. Die Polizei entdeckt kurz darauf einen weiteren. Es ist der Auftakt einer schrecklichen Fundserie, die die Menschen nicht nur in Hamburg bewegt.

Das Opfer ist wahrscheinlich eine 48 Jahre alte Prostituierte aus Afrika.

Gestern wurde im Hamburger Billekanal schließlich ein Kopf entdeckt. Noch ist es nicht sicher, doch ein Polizeisprecher sagt am Nachmittag, die Vermutung sei da, dass der Kopf zu der Leiche der 48-Jährigen gehöre. Abschließend müsse das aber die Untersuchung in der Rechtsmedizin ergeben. Die Suche der Taucher dauert an: „Es fehlen noch Körperteile“, sagt Polizeisprecherin Heide Uhde. Mit dem Kopf wurden inzwischen insgesamt elf Leichenteile über Kilometer verteilt geborgen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter die Frau aus Äquatorialguinea zerstückelte und die Teile an verschiedenen Orten ablegte. In den meisten Fällen machte die Polizei „aus taktischen Gründen“ keine Angaben, was für Teile gefunden wurden. „Das ist absolutes Täterwissen, wo er welche Teile abgelegt hat“, berichtet Uhde. Auch ob die Körperstücke eingepackt waren, will die Polizei nicht sagen.

Sie gibt nur wenige Details preis, sucht weiter nach Zeugen. Ein weißes Fahrzeug spiele eine Rolle, heißt es. Die Frau habe Kinder und eine Zeit lang in Spanien gewohnt. Dort leben noch Angehörige, die inzwischen in der Hansestadt vernommen wurden. Die Frau soll zuletzt im Stadtteil St. Georg in der Nähe des Hauptbahnhofs als Prostituierte gearbeitet haben. Am 1. August wurde sie zum letzten Mal gesehen – zwei Tage vor dem ersten Fund.

Die Fachberatungsstelle Prostitution des Diakonie-Hilfswerks, Standort „Sperrgebiet St. Georg“, spürt eine große Verunsicherung. „Diese Tat geht den Sexarbeiterinnen auch deshalb unheimlich nahe, weil sie unter ähnlichen Bedingungen in der gleichen Gegend wie das Opfer arbeiten und es auch sie treffen könnte“, sagt Projektleiterin Julia Buntenbach-Henke. Es habe Kontakt zwischen der Beratungsstelle und der Polizei gegeben. „Wir haben die Frauen in Gesprächen gewarnt.“ Dabei hätten sie auch den weißen Wagen erwähnt. „Es ist so, dass einige Frauen auch in den Autos anschaffen, da kann man ja nachvollziehen, dass dieser Fall Angst macht.“ Die Polizei prüft derzeit deutschlandweit und auch über die Grenzen hinweg, ob es Parallelen zu anderen Verbrechen gibt.

LN

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