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Norddeutschland Neue Abi-Aufgaben in Schleswig-Holstein?
Nachrichten Norddeutschland Neue Abi-Aufgaben in Schleswig-Holstein?
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21:38 12.04.2017
Müssen die Abiturprüfungsaufgaben geändert werden? Quelle: Thomas Warnack/dpa
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Kiel/Stuttgart

Die Zahl der Einser-Abis inflationiert seit Jahren bundesweit. Der Anteil der „Überflieger“ könnte anno 2017 nochmal zunehmen. Es könnte so sein. Muss aber nicht. Womit wir bei der Antwort des Kieler Bildungsministeriums wären, das sich zum Aufbruch eines Tresors im fernen Stuttgart lieber sparsam äußern möchte. In jenem Schultresor lagen die Aufgaben für die Abi-Klausuren in Mathe und Englisch. Bekannterweise gibt es ein Zentralabitur: Zahlreiche Bundesländer greifen auf einheitliche Aufgaben zurück. Auch Schleswig-Holstein.

Ein Abiturienten-Jahrgang, der in zwei Fächern Aufgaben unter die Nase gelegt bekommt, auf die er sich wochenlang vorbereiten konnte: Etwas Feineres kann es für Schüler kaum geben, oder? In Stuttgart hatten Einbrecher nächtens einen Tresor geknackt, die versiegelten Umschläge mit den Abituraufgaben geöffnet – aber nicht mitgenommen. Ob die Abi-Aufgaben abfotografiert wurden, ist unklar. Die gestohlenen 1500 Euro Bargeld, ein Ablenkungsmanöver? Die baden-württembergischen Schulen erhalten jedenfalls Ersatzaufgaben für ihre Prüfungen. Am 28. April steht bundesweit Englisch auf dem Programm, am 3. Mai Mathe. Und die Schleswig-Holsteiner?

„Selbst wenn wir betroffen wären, würde es kein Problem darstellen“, wählt Thomas Schunck, Sprecher im Bildungsministerium, den doppelten Konjunktiv. Es lägen ausreichend Aufgaben im Pool, aus denen sich die Länder ersatzweise bedienen könnten. „Ob es so ist, das teilen wir nicht mit“, blieb der Sprecher einsilbig – und verwies freundlich auf eine Verschwiegenheitsvereinbarung, ausgedealt mit der Kultusministerkonferenz (KMK). Deren Sprecher machte es genauso geheimnisvoll. Die konkret betroffenen Länder seien der KMK nicht bekannt. Hamburg machte es weniger spannend: Es müssten Geometrieaufgaben ausgetauscht werden, teilte die Bildungsbehörde mit.  

Curd Tönnemann

 

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