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Norddeutschland Neue Beschwerdestelle für Heimkinder
Nachrichten Norddeutschland Neue Beschwerdestelle für Heimkinder
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21:20 28.12.2015
Künftig eine hoch besoldete „Super-Beauftragte“: Samiah El Samadoni. Quelle: Maxwitat

Der Skandal ums Mädchenheim Friesenhof zieht die ersten, allerdings noch vorsichtigen Konsequenzen nach sich: Das Land richtet zum 1. Januar eine Beschwerdestelle für Heimkinder ein. SPD, Grüne und SSW hatten sie beschlossen. Sie wird dem Amt der Bürgerbeauftragten zugeordnet. Die SPD-nahe Amtsinhaberin Samiah El Samadoni steigt damit zur hochbezahlten „Super-Beauftragten“ auf.

In dem Dithmarscher Mädchenheim waren über Jahre hinweg Bewohnerinnen von ihren Betreuern gequält und entwürdigend behandelt worden. Obwohl die Heimaufsicht im Kieler Sozialministerium massive Hinweise darauf hatte, ergriff sie keine wirksamen Maßnahmen. Erst nach Presseberichten wurde das Heim geschlossen. SPD-Sozialministerin Kristin Alheit muss sich für den Skandal derzeit vor einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss verantworten.Ob eine Beschwerdestelle solche Fälle wirklich verhindern kann, ist in Kiel äußerst umstritten.

Die Bürgerbeauftragte selber betont, sie habe in der Vergangenheit immer wieder mal mit Beschwerden aus Heimen zu tun gehabt. Denn ob Handyverbot, Taschengeldkürzung oder Konflikte mit den Erziehern:

Viele Kinder und Jugendliche, die in Wohngruppen oder Kinderheimen lebten, wüssten oft nicht, welche Rechte ihnen zustehen und an wen sie sich bei Konflikten mit Betreuern oder dem Jugendamt wenden können. „Wir wollen dann als unabhängige Instanz vermitteln“, sagt El Samadoni. Die Kinder sollen das Gefühl bekommen, nicht machtlos zu sein und für ihre Rechte sensibilisiert werden. Die Beschwerden der Kinder sollen in Zukunft von einer sozialpädagogischen Kraft bewertet und eingeordnet werden, sie werden auf Wunsch auch vertraulich behandelt. Ziel sei es aber grundsätzlich, die Sorgen der Kinder an Einrichtungsleiter oder Mitarbeiter des Jugendamtes weiterzuleiten.

Weil El Samadoni auch die politisch nicht weniger umstrittene Stelle des von den Grünen durchgesetzten „Polizeibeauftragten“ übernimmt, bekommt sie auf Steuerzahlerkosten fünf neue Mitarbeiter und wird selber von SPD, Grünen und SSW in die Besoldungsstufe B6 befördert — mit einem Monatsgehalt von dann gut 9000 Euro.

kn/wh

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