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Norddeutschland Neue Helme bieten Schutz vor Schüssen
Nachrichten Norddeutschland Neue Helme bieten Schutz vor Schüssen
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21:34 06.04.2017
Polizisten in Niedersachsen tragen bereits neue Helme. Ähnliche Modelle sollen die Kollegen aus Schleswig-Holstein bekommen. Quelle: Dittrich/dpa, Neelsen
Kiel

Das bestätigte das Kieler Innenministerium den LN.

Bis zum Sommer sollen 1700 Titan-Hybrid-Helme des österreichischen Herstellers „Ulbrichts Witwe“ geliefert sein. „Dann sollen in jedem Funkstreifenwagen der Polizei zwei dieser Helme griffbereit sein“, sagt Ministeriumssprecher Patrick Tiede. Anschaffungskosten: 3,5 Millionen Euro.

Der Landtag hatte dem sogenannten Polizeipaket im vergangenen Herbst nach den Terroranschlägen in Paris und Nizza zugestimmt. Es sei, so argumentierte die Polizeiführung, nun einmal so, dass immer erst einfache Streifenpolizisten an Tatorte gerufen werden.

Wenn sie dann unerwartet militärisch ausgerüsteten Terroristen gegenüberstehen, reichten die bisherige Bewaffnung und Schutzausrüstung nicht mehr aus, um die Täter bis zum Eintreffen von Spezialkräften wenigstens in Schach zu halten. Während um die Anschaffung des G36c erst noch ein Streit entbrannte – die Grünen in der Koalition lehnten den Kauf der Militärwaffen zunächst ab –, war die Anschaffung der neuen Helme unstrittig. Im Landtag unterstützten auch CDU und FDP die Forderung nach einer Verbesserung der Polizeiausrüstung und -bewaffnung. Schützten bisher verwendete Helme lediglich gegen Schlag oder Splitter, können die Titan-Hybrid-Helme auch Schüsse abhalten, ohne dass die Beamten durch den Aufprall der Kugel schwer verletzt oder gar getötet werden, heißt es.

Die niedersächsische Landesregierung hatte sich in dieser Woche ebenfalls entschieden, neue Helme zu ordern. „Anders als dort werden unsere Polizisten die Helme aber mit einer gesonderten Splitterschutzbrille verwenden, um die Tragebelastungen während des Einsatzes möglichst gering zu halten“, sagt Tiede. Man habe sich bei der Polizei für diese Lösung entschieden, da außerhalb der Spezialeinheiten das zusätzliche Gewicht sowohl des Visieres als auch des Nackenschutzes zu einer größeren Belastung der Hals- und Nackenmuskulatur und einer dadurch eingeschränkten Einsatzfähigkeit führen könnte. Außerdem werde künftig in jedem Funkstreifenwagen auch ein sogenanntes ballistisches Schutzschild mitgeführt. „Dadurch ist sichergestellt, dass im Einsatzfall durch die Kombination Schild- Helm ein kompletter Schutz des Kopfes erreicht wird“, sagt der Ministeriumssprecher.

Es sei nun einmal besonders wichtig, dass gerade die Polizeikräfte, die als erste an einem potenziellen Tatort eingreifen können, mit besonderer Schutzausstattung schnell, wirksam und sicher handeln könnten, sagt Tiede. Solche speziellen, schussfesten Helme fanden bei der Landespolizei bislang nur bei den Spezialkräften, den Spezial- und Mobilen Einsatzkommandos, Verwendung.

 Wolfram Hammer

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