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Norddeutschland Neue Quallenart breitet sich in Ostsee aus
Nachrichten Norddeutschland Neue Quallenart breitet sich in Ostsee aus
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16:08 11.09.2018
Im ufernahen Bereich mit einem halben Meter Wassertiefe ist eine regelrechte Wolke dieser Tiere gesichtet worden, heißt es. Quelle: Cornelia Jaspers/GEOMAR/DTU Aqua /dpa
Kiel/Hiddensee

Eine neue Quallenart, die Blackfordia virginica, erobert offenbar die Ostsee. Studierende der Uni Greifswald hatten die sogenannte Schwarzmeer-Qualle (Black Sea Jellyfish) im August im Vitter Bodden nahe der Insel Hiddensee in größeren Mengen entdeckt, wie Kursleiter Sven Dahkle von der Biologischen Station Hiddensee der Uni Greifswald am Dienstag sagte.

Genetische Bestätigung steht noch aus

Im ufernahen Bereich mit einem halben Meter Wassertiefe sei eine regelrechte Wolke dieser Tiere von schätzungsweise einem halben Kubikmeter Größe und mehreren hundert Tieren gesichtet worden. Eine genetische Bestätigung stehe allerdings noch aus.

Am NOK ist die Qualle seit zwei Jahren heimisch

Bislang wurden lediglich in der Kieler Bucht einzelne Exemplare der Quallenart gefunden. Im Ökosystem des Nord-Ostsee-Kanals hat sich die Brackwasser liebende Blackfordia virginica nach Angaben des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung bereits 2016 etabliert. Die einzelnen Tiere sind mit etwa einem Zentimeter vergleichsweise klein.

Forscher: erhebliche Konkurrenz zu anderen Planktonfressern

Weitere Untersuchungen müssten nun zeigen, ob die kleine Qualle auch bereits in den anderen vorpommerschen Boddengewässern vorkommt und wie die weitere Ausbreitung in der Ostsee weiter nach Osten verläuft. Unklar ist bislang, wie sich die Qualle in das Ökosystem einfügt. Aus anderen Regionen sei bekannt, dass Blackfordia virginica eine erhebliche Konkurrenz zu anderen Planktonfressern darstellt, teilte das Geomar Helmholtz-Zentrums mit. Zudem könne sie den Nachwuchs von Fischarten beeinträchtigen, weil sie deren Larven frisst. Das könnte letztendlich auch wirtschaftliche Folgen haben.

Brackwassergebiete gelten als "geradezu idealer Lebensraum"

Blackfordia virginica wurde 1904 erstmals in den Gewässern vor dem US-Bundesstaat Virginia wissenschaftlich beschrieben. Sie stammt offenbar ursprünglich aus dem Schwarzen Meer. Die Quallen sind nach Einschätzung des Geomar Helmholtz-Zentrums vermutlich durch Schiffe in den Nord-Ostsee-Kanal gekommen. Die Forscher schätzen, dass die Ostsee als Brackwassergebiet einen geradezu idealen Lebensraum für die Qualle darstellt.

RND/dpa

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