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Norddeutschland Neue Rechnung aus Dänemark: Belttunnel wird deutlich billiger
Nachrichten Norddeutschland Neue Rechnung aus Dänemark: Belttunnel wird deutlich billiger
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15:56 11.02.2016
Quelle: Femern A/S
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Kopenhagen/Puttgarden

Der geplante Ostseetunnel am Fehmarnbelt wird deutlich billiger als zuletzt veranschlagt. Das wird die dänische Regierung nach LN-Informationen heute in Kopenhagen bekanntgeben. Damit soll dem politischen Unterstützerkreis des Projekts („Forligskreds“) – das sind sieben der neun Fraktionen im Folketing – eine positive Entscheidung schmackhafter gemacht werden. Erst vor wenigen Tagen hatte es aus vier Fraktionen überraschend kritische Stimmen gegeben.
Die letzte offizielle Kalkulation von Dezember 2014 geht von einem Projektbudget für den 17,6 langen Tunnel in Höhe von 7,37 Milliarden Euro aus. Eingerechnet ist eine Reserve von einer halben Milliarde. Dem Vernehmen nach soll der Tunnel jetzt „nur“ noch rund sechs Milliarden Euro kosten. Näheres soll heute mitgeteilt werden. Bereits im vergangenen Herbst war die Zahl 6,2 Milliarden Euro durchgesickert. Die Planer von Femern A/S bestätigten diese Summe aber nie, sprachen stattdessen von einem „Übersetzungsfehler“.

Die Regierung in Kopenhagen will die Folketingparteien heute auch über Untersuchungen der Wirtschaftsprüfer von Ernst<TH>& Young informieren. Die Firma hatte die Risikoverteilung zwischen den Bauunternehmen und Femern A/S unter die Lupe genommen. Aller Voraussicht nach präsentieren die Dänen einen von Kritikern des Projekts angemahnten neuen Zeitplan. Der Baubeginn wird sich demnach verschieben, es wird langsamer und damit kostengünstiger gebaut, vor 2026/27 wird der Tunnel voraussichtlich nicht fertig. Das liegt unter anderem daran, dass die deutsche Seite die Baureife mit dem Planfeststellungsbeschluss nach Angaben des Kieler Verkehrsministers Reinhard Meyer (SPD) wohl erst 2017 schafft. Angesichts dessen wollen die Dänen ihre Bauverträge zeitlich flexibel gestalten.
Das heutige Treffen zwischen dem dänischen Verkehrsminister Hans Christian Schmidt und den Folketingparteien wird mit Spannung erwartet. Sollte die Front der Unterstützer trotz der neuesten Zahlen und Fakten bröckeln, wäre das Projekt de facto am Ende.

Unterdessen kommen die dänischen Konservativen mit einem Vorschlag. Sollte es nötig werden, könnte der dänische Staat Bau und Betrieb des Fehmarnbelttunnels finanziell unterstützen, äußerten sie laut einem Bericht der Zeitung „Ingeniøren“. „Sollte massive staatliche Unterstützung für das Projekt notwendig werden, glaube ich trotzdem, dass wir das Projekt durchführen“, zitierte die Zeitung den verkehrspolitischen Sprecher der Konservativen Volkspartei, Rasmus Jarlov. In ihrer Analyse kommt die Zeitung zu dem Schluss, dass der Bau des Tunnels unterm Fehmarnbelt vielleicht verschoben, aber nicht fallengelassen werde. Es genüge, wenn die Regierungspartei Venstre, Sozialdemokraten und Konservative daran festhalten. 

Von Curd Tönnemann
und Rüdiger Wenzel

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