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Norddeutschland Neuer Direktor will Bürgerpolizei
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21:10 09.08.2018
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Kiel. Der neue Landespolizeidirektor Michael Wilksen setzt auf eine bürgerfreundliche Polizei. „Wenn wir eine Bürgerpolizei sein wollen, ist der Begriff ,Die Polizei – Dein Freund und Helfer’ nicht so verkehrt“, sagte der 57-Jährige in Kiel. Eine Bürgerpolizei in einer Zivilgesellschaft dürfe den Bürger „nicht als Störenfried wahrnehmen, sondern muss sich für dessen Belange einsetzen“. Das sei die Visitenkarte, „eine zweite Chance gibt es nicht“.

Michael Wilksen.

Wilksen ist Nachfolger von Ralf Höhs. Innenminister Hans Joachim Grote hatte im vergangenen November nach massiver Kritik an deren Führungsstil Höhs und den Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium, Jörg Muhlack, abgelöst. Im März wurde der Jurist Torsten Holleck zum neuen Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium ernannt. Der bisherige Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz (53) übernimmt zum 1. September die Leitung des Landeskriminalamts. Er löst Torsten Kramer ab, der seit längerem erkrankt war und in den Ruhestand geht. In der Polizei herrsche vor allem Erleichterung, dass die Führungspositionen wieder besetzt sind, sagte Wilksen über die aktuelle Stimmung.

Er betonte das Fachwissen und die Wertevermittlung der Polizisten im Norden: „Wir hatten nie besser ausgebildete Polizisten als heute.“ Im Bereich der Inneren Führung will Wilksen verloren gegangenes Vertrauen durch Kommunikation und Teamarbeit wiedergewinnen. Er habe keinen festen Plan, den er umsetzen wolle, sondern wolle im Team gemeinsam einen roten Faden erarbeiten – beispielsweise wo die Polizei in fünf Jahren stehen solle.

Zur sogenannten Rockeraffäre in der Landespolizei und früheren Missständen in der Polizeischule in Eutin äußerte sich Wilksen zurückhaltend. Es gelte, den Bericht des von Minister Grote (CDU) eingesetzten Sonderermittlers zur Rockeraffäre abzuwarten. Er selbst habe die Akten nicht gelesen. Dass es Missstände in der Polizeischule in Eutin gegeben habe wie Alkoholexzesse oder sexistisches Verhalten, sei Fehlverhalten einzelner gewesen. „Solche Einzelfälle, die wird es auch in Zukunft geben.“ Strukturelle Probleme könne er nicht erkennen.

1000 junge Menschen – darunter auch Minderjährige – werden in Eutin und Altenholz zu Polizisten ausgebildet. „Wir wissen bis auf die Bewerbung eigentlich wenig über sie“, sagte Wilksen. „Wo Grenzen überschritten werden, auch von Ausbildern, wird eingeschritten.“ Bei Fehlverhalten würden die Betreffenden angesprochen und ermahnt, bei Straftaten gebe es Disziplinarverfahren bis hin zur Entlassung. Dies habe zum Beispiel einen Ausbilder getroffen. „Ich mache mir um unseren Nachwuchs keine Sorgen“, sagte Wilksen. Man lege großen Wert auf Wertevermittlung und politische Bildung.

„Bei der Führungskultur fangen wir nicht bei Null an“, betonte Wilksen. Vor 40 Jahren, als er selber Polizist wurde, sei dies noch anders gewesen. Da habe es noch einen Befehls- und auch Kasernenton gegeben. „Das haben wir nicht.“

LN

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