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Norddeutschland Neuer Schub beim Ausbau der Krippenplätze
Nachrichten Norddeutschland Neuer Schub beim Ausbau der Krippenplätze
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22:22 28.06.2013
Sozialministerin Kristin Alheit.

In vier Wochen gilt‘s: Ab August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre Kinder zwischen ein und drei Jahren. Schleswig-Holstein sieht sich dafür gut gerüstet. Es gebe noch einmal einen „deutlichen Schub beim Kita-Ausbau“, erklärte Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) gestern in Kiel.

„Es ist uns gemeinsam gelungen, von den neuen Investitionsmitteln mehr als elf Millionen Euro für den weiteren Kita-Ausbau zu binden. Damit werden fast 2000 neue Plätze für Kinder unter drei Jahren entstehen“, sagte die Ministerin. Dies sei ein großer Erfolg für die Familien im Land. Die Zeit war knapp, denn mindestens die Hälfte seines Finanzrahmens von 19,5 Millionen Euro musste das Land bis Ende dieser Woche für Projekte gebunden haben. Andernfalls wären die Mittel in andere Länder gegangen.

Nach Angaben Alheits wird im Norden derzeit eine Betreuungsquote von etwa 30 Prozent erreicht, was den berechneten Durchschnittsbedarf decke. Momentan bewilligt seien Plätze für mehr als 36 Prozent.

Das entspricht fast 24 300 Plätzen. Der Bedarf ist regional sehr unterschiedlich und schwankt nach Angaben des Gemeindetages zwischen 15 und 70 Prozent.Während an der Westküste zum Teil weniger als 20 Prozent reichten, schaffe Molfsee bei Kiel schon jetzt 64 Prozent. Nach Angaben des Städteverbandes haben Kiel, Lübeck und Neumünster eine Betreuungsquote von 37 Prozent erreicht. Mit jeweils mindestens 100 neuen Plätzen werden die drei Städte im nächsten Jahr die 40 Prozent teils deutlich übertreffen. „Kiel und Lübeck können den Bedarf erfüllen“, sagte Städteverbandsdezernentin Marion Marx.

„Der Ausbau der Kinderbetreuung ist noch lange nicht zu Ende“, betonte Jörg Bülow, Geschäftsführer des Gemeindetages. Man gehe davon aus, dass die Nachfrage bei den Eltern dynamisch steigen werde. So habe sich die Zahl der Plätze im Hamburger Umland zwischen 2007 und 2013 versiebenfacht. „Das Angebot erzeugt auch ein Stück Nachfrage.“

„Bei dem Tempo des Ausbaus ist die Qualität nicht mitgewachsen“, warnte Michael Selck, Landesgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt, die auch Träger vieler Kindertagesstätten im Land ist. Es werde dringend mehr Fachberatung benötigt. Zudem brauche man mehr Fachkräfte. „Die Erzieher müssen besser bezahlt, die Arbeitsbedingungen verbessert werden“, so Selck. Er forderte einen Masterplan. „Denn es geht ja nicht nur darum, dass genügend Gebäude da sind.“

Wer einen Krippenplatz für sein Kind wünscht, sollte sich schon jetzt für das kommende Jahr anmelden, empfehlen Städte- und Gemeindetag. So könnten Betreuungsangebote rechtzeitig geplant werden.

Julia Paulat

LN

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