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Norddeutschland Neuer Verdächtiger im Prozess um Großbrand
Nachrichten Norddeutschland Neuer Verdächtiger im Prozess um Großbrand
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20:26 06.09.2016
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Kiel

Im Kieler Prozess um einen Großbrand mit Millionenschaden sind erneut Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten aufgetaucht. Ein Polizeibeamter schilderte gestern überraschend vor dem Kieler Amtsgericht, dass eine Zeugin einen anderen Verdächtigen benannt habe. Die Frau habe sich in der vergangenen Woche bei der Polizei gemeldet. Sie habe erklärt, der Mann habe ihr bereits unmittelbar nach dem Feuer am 26. November 2014 in Altenholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) die Tat gestanden, sagte der Beamte.

Als die Frau den Mann vor wenigen Tagen wiedergetroffen und sich gewundert habe, dass er in Freiheit sei, soll er sich ihr gegenüber damit gebrüstet haben, dass die Polizei ihn nicht gekriegt habe und ein Unschuldiger vor Gericht stehe, erklärte der Beamte. Bei dem Mann soll es sich um ein damaliges Mitglied der freiwilligen Feuerwehr eines Nachbarortes handeln. Das Gericht will die Zeugin gesondert laden. Sie ist derzeit in Urlaub. Die Staatsanwaltschaft wollte keine Angaben dazu machen, ob gegen den Mann Ermittlungen laufen. Das sei Gegenstand der Hauptverhandlung, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler.

In dem Verfahren muss sich ein 23-jähriger Angeklagter verantworten. Er bestreitet die Tat. Das Großfeuer vernichtete ein Nahversorgungszentrum mit Supermarkt, Restaurant und etlichen Geschäften. Der Schaden wird auf 6,5 Millionen Euro geschätzt. In dem Gerichtsverfahren wurde bereits massive Kritik an den Ermittlungen der Polizei laut, weil sie sich möglicherweise zu schnell auf den Angeklagten als Täter festgelegt habe.

LN

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