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Neues Projekt: Wer schwimmen lernt, wird belohnt

Kiel Neues Projekt: Wer schwimmen lernt, wird belohnt

Die Schwimmfähigkeit im Land ist weiter gesunken. 60 Prozent der Kinder können am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen. Eine neue Idee geht so: Wenn Kinder ihr Schwimmabzeichen machen, bekommen sie einen Gutschein, für ihren Verein oder die DLRG gibt es Geld.

Symbolbild: Zweitklässler lernen schwimmen. Die Peter-Petersen-Stiftung stellt dafür Geld bereit, damit es sich auszahlt, Schwimmen zu lernen und zu lehren.

Quelle: Stephanie Pilick/dpa

Kiel. Eine Kooperation soll den Abwärtstrend jetzt umkehren: Die Peter-Petersen-Stiftung stellt dafür Geld bereit, die 100 Vereine des Schwimmverbandes und 100 DLRG-Ortsgruppen sorgen für die Umsetzung. Dabei gilt das Belohnungsprinzip: Es soll sich auszahlen, Schwimmen zu lernen und zu lehren.

Dass viele Kinder nicht mehr schwimmen können, hat viele Gründe, wie sich bei der Vorstellung des Projekt in Kiel offenbarte: So haben laut DLRG 120 der 395 Grundschulen im Land keine Möglichkeit (mehr), Schwimmunterricht zu erteilen. Hauptgrund: Es gibt kein Schwimmbad, das erreichbar ist und freie Zeiten hat. Hinzu kommt, berichtete Schwimmlehrerin Astrid Mangels, dass es an Lehrern fehlt, die Schwimmunterricht erteilen dürfen: „Selbst viele Sportlehrer dürfen das nicht mehr, weil die Lehrbefähigung im Gegensatz zu früher nicht mehr im Studium erworben werden muss.“

Die sinkende Schwimmfähigkeit hat Folgen: So steigt seit Jahren wieder die Zahl der Ertrunkenen. 2016 waren es bundesweit 537. „In Schleswig-Holstein stieg die Zahl von 17 im Jahr 2015 stark auf 28 Ertrunkene an“, berichtete Jochen Möller, Präsident des DLRG-Landesverbandes Schleswig-Holstein.

Immer weniger Schwimmunterricht, immer mehr Tote durch Ertrinken – das hat Klaus Ripken von der Peter-Petersen-Stiftung umgetrieben. „Der Stifter, der Flensburger Kaufmann Peter Petersen, hat sich immer für junge Menschen eingesetzt, die nicht genug Unterstützung bekommen. Deshalb passt das Schwimmprojekt gut zur Stiftung.“ Und das funktioniert so: Die Schwimmvereine und DLRG-Ortsgruppen motivieren möglichst viele Kinder, bei ihnen schwimmen zu lernen. „Dabei reicht das Seepferdchen nicht. Die Kinder sollen sich wirklich sicher im Wasser bewegen. Dazu gehört auch das Springen und Tauchen“, erklärt Benjamin Rafail vom Kieler Schwimmverein Neptun, „und wenn sie jemand vom Beckenrand ins Wasser schubst, müssen sie das ohne Angst meistern.“ Dazu sei das Bronzeabzeichen notwendig oder alternativ das Swim-Stars-Abzeichen in Schwarz.

„Jedes Kind, das das Bronze- oder Swim-Stars-Abzeichen in Schwarz erreicht, wird mit einem Gutschein über zehn Euro belohnt. Den gibt es nicht fürs Eis-Essen, sondern um im Verein weiter aktiv zu sein und zum Beispiel das nächste Abzeichen zu machen“, erklärt Steffen Weber, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Schwimmverbandes. Für jedes erfolgreiche Kind erhält aber auch der Schwimmverein oder die DLRG- Ortsgruppe 15 bis 30 Euro. Geld, das in neue Schwimmkurse und die Ausbildung von Trainern fließen soll. Für dieses Jahr stellt die Peter-Petersen-Stiftung dafür 50000 Euro bereit. „Wir würden das Projekt bei Erfolg aber gerne zeitlich und auch finanziell ausweiten“, kündigte Klaus Ripken von der Peter-Petersen-Stiftung an.

Ob das Projekt erfolgreich wird, hängt aber entscheidend auch von den Betreibern der Schwimmbäder ab: Sie müssen dringend mehr und bezahlbare Wasserflächen bereitstellen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Hallennutzungen muss ein Schwimmverein bis auf Ausnahmen wie Kaltenkirchen und Wedel dafür zahlen – bei kommunalen Badbetreibern wie in Kiel zehn Euro, andere verlangen 20 Euro pro Stunde und Schwimmbahn. „Private Betreiber verlangen aber durchaus 40, 50 Euro – da müssen wir dann passen“, sagt Möller.

Ein Dilemma, das der Schirmherr des Projektes, Landtagspräsident Klaus Schlie, der künftigen Regierung vortragen will: „Dass jedes Kind schwimmen lernt, ist eine staatliche Aufgabe. Da ist auch das Land gefragt – finanziell, damit genug Wasserflächen zur Verfügung stehen. Aber wir müssen auch überlegen, ob Sportlehrer nicht grundsätzlich wieder Schwimmunterricht geben können müssen.“

 Heike Stüben

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