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Norddeutschland Nie wieder Skifahren auf dem Bungsberg?
Nachrichten Norddeutschland Nie wieder Skifahren auf dem Bungsberg?
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08:32 29.07.2016
Der Bungsberg ist nicht nur im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Auch ist er ein Paradies für Wintersportler. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Schönwalde

Die Auseinandersetzung um den Bungsberg, den höchsten Punkt Schleswig-Holsteins, geht in die nächste Runde. Das nördlichste Skigebiet im Land steht vor dem Aus. Die Grundstückseigentümerin hat beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume einen Antrag auf Aufforstung gestellt. Die Gemeinde Schönwalde und die Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein wollen dies verhindern. Um die Situation zu entschärfen, soll es heute ein klärendes Gespräch geben. Mediator ist nach LN-Informationen kein Geringer als Peter Harry Carstensen, ehemaliger Ministerpräsident des Landes.

Bereits im vergangenen Winter gab es wochenlang Ärger zwischen Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) und der Eigentümerin. Dieser gipfelte darin, dass die Besitzerin des oberen Teils der Rodelwiese den Vertrag mit der Gemeinde kündigte. Sie begründete dies unter anderem mit fehlenden Absprachen. Es drohte eine Saison ohne Lift. Erst im Januar gab es Entwarnung, nachdem Bürgermeister Plötner offiziell die Verantwortung für die Streitigkeiten übernommen und sich aus den Verhandlungen zurückgezogen hatte.

Wer dachte, dass fortan alles friedlich bleibt, hat sich getäuscht. Vor einigen Wochen erreichte das zuständige Amt Ostholstein-Mitte ein Schreiben von der Unteren Forstbehörde. Diese kümmert sich nach Auskunft des Leitenden Verwaltungsbeamten Burkhard Busch für das Umweltministerium um das Einholen von Stellungnahmen bezüglich des Antrags auf Aufforstung. „In der letzten Gemeindevertretersitzung wurde im nicht-öffentlichen Teil beschlossen, dem Vorhaben nicht zuzustimmen. Das haben wir der Antragsstellerin schriftlich mitgeteilt“, so Busch. Bärbel Seehusen (SPD), stellvertretende Bürgermeisterin, bekräftigt, dass das Anpflanzen von Bäumen nicht gewünscht sei. „Der Bungsberg war immer unbewaldet. So soll es bleiben, zumal zuletzt sehr viel investiert wurde.“

Einer der Hauptinvestoren ist die Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein mit der Umsetzung des Projekts „Erlebnis Bungsberg“. So wurde ein außerschulischer Lernort für Kindergarten- und Grundschulkinder geschaffen. Darüber hinaus befindet sich dort das Restaurant „Waldschänke“. Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Stiftung, weiß um den Ärger. Er berichtet von einem „super Pacht-Angebot“, was abgelehnt worden sei, und sagt, dass keine Person die alleinige Schuld an der gegenwärtigen Situation habe. Dennoch hält er nichts davon, die Fläche aufzuforsten. „Der höchste Punkt des Landes wäre nicht mehr erlebbar, wenn da Bäume stehen.“ Hinzu komme, dass Kinder, die den Bungsberg besuchen, bereits jetzt nicht mehr auf die Wiese dürften. „Das ist nicht schön. Im Gras liegen und in den Himmel schauen, sich den Berg runterrollen, all das ist nicht möglich.“

Um die Anpflanzung zu verhindern und den Liftbetrieb zu sichern, strebt die Gemeinde Schönwalde den Kauf der Fläche an. Laut Seehusen sei bislang eine der zwei Eigentümerfamilien zu Gesprächen bereit. Was die Besitzerin der oberen Fläche des Bungsberges von der Idee hält, ist unklar, sie war gestern nicht zu erreichen.

 Sebastian Rosenkötter

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