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21:12 03.03.2016

Was vor wenigen Wochen noch in der Lübecker Bucht geprobt wurde, ist für die Beamten der Bundespolizei See in der Nacht zu gestern Realität geworden: Das Neustädter Streifenboot „Börde“ hat in der Ägäis zwei Schlauchboote mit insgesamt 23 Flüchtlingen an Bord geborgen und die jungen Männer in den griechischen Hafen Vathy transportiert.

Sei dem Beginn des Einsatzes Anfang der Woche sei es der erste Kontakt mit Bootsflüchtlingen gewesen, sagt Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, der sich gegenwärtig vor Ort auf der Insel Samos aufhält, wo die 30 Beamten aus Neustadt, Cuxhaven und Warnemünde stationiert sind. Das Eiland liegt nur 1,2 Kilometer vor der türkischen Küste und ist deshalb eine der Hauptfluchtrouten von der Türkei in die EU.

In diesem Fall sei es aber keine dramatische Rettung aus hoher See gewesen, betont Menge. „Das Meer war ruhig. Wir haben die Boote deshalb leicht stoppen und die Flüchtlinge an Bord nehmen können.“

Die Bundespolizei versuche bei ihren Einsätzen unbedingt zu vermeiden, Panik unter den Flüchtlingen auszulösen, damit niemand über Bord gehe, sagt Menge. Denn viele könnten nicht schwimmen; zudem haben die Bundespolizisten in dieser Situation ohnehin alle Hände voll zu tun.

Die sichtlich verängstigten und unterkühlten Männer seien nach ihrer Bergung in dem sogenannten „Hotspot“ auf Samos zunächst mit Essen versorgt und anschließend registriert worden. Insgesamt halten sich in dem Flüchtlingslager auf Samos derzeit rund 1000 Personen auf. „Nach unserer Erfahrung bleiben die meisten aber nicht dort, sondern ziehen weiter in Richtung mazedonischer Grenze.“ Dort ist derzeit allerdings kein Durchkommen, da Mazedonien die Balkanroute für Flüchtlinge gesperrt hat. Nach aktuellen Zahlen harren vor dem Grenzzaun inzwischen rund 11000 Menschen auf griechischer Seite aus und warten auf ihre Chance, nach Nordeuropa zu gelangen. Ein Ende des Menschenstroms scheint nicht in Sicht. Derzeit kommen fast jeden Tag 2000 neue Flüchtlinge in Griechenland an.

Anders als die auch von der Bundesrepublik vorangetriebenen Planungen vorsahen, würden die auf See aufgenommenen Flüchtlinge aber ausschließlich zur griechischen Küste gebracht, betont Menge. Ein Einsatz unter Beteiligung eines Nato-Marinekontingents, der einen Rücktranport der Flüchtlinge in die Türkei vorsieht, hat wegen des Widerstands aus Ankara noch nicht begonnen.

Einsatzleiter Frank Rogatty von der Neustädter Küstenwache macht sich darum keine Gedanken: „Wir sind hier, um die griechischen Kollegen zu unterstützen. Wir zeigen innerhalb von Europa an einem Brennpunkt des Weltgeschehens Solidarität und retten Menschen. Das ist es, was zählt — und was die Mannschaft motiviert.“

Die 30 Bundespolizisten sind vorerst für drei Monate auf Samos stationiert. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass ihr Einsatz darüber hinaus verlängert wird.

Von Oliver Vogt und Alexia Angelopoulou

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