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Norddeutschland Nordfriese will Trump zu Fall bringen
Nachrichten Norddeutschland Nordfriese will Trump zu Fall bringen
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21:13 15.08.2017
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Berlin/Husum

Als ehemaliger Wrestler, der im Ring gerne den Bösewicht gab, ist Matthias Ilgen das Zupacken gewohnt. Jetzt sorgt der kräftige Norddeutsche, der seit vier Jahren Abgeordneter des Bundestages ist, mit einer nicht ganz ernst gemeinten Attacke auf den US-Präsidenten Donald Trump für Aufsehen. Auf einem Wahlplakat schickt er sich an, mit einer Axt einen Baum zu fällen, aus dessen Rinde ein Bild des Präsidenten hervorwuchert. „America first? Ilgen Förster!“, verballhornt er den Lieblingsspruch des Mannes im Weißen Haus.

Dass er mit dem Plakat, das in seinem Wahlkampfteam ausgedacht worden war, zu Gewalt aufrufe, nannte Ilgen „absoluten Quatsch. Das ist politische Satire“, sagte er den LN. Man sollte die ganze Aktion mit einer Spielzeugaxt nicht ganz so bierernst nehmen. Und er freute sich über die bundesweit große Resonanz für sein Plakat. Es hätten sich bereits die ersten Sammler bei ihm gemeldet, die das Plakat haben wollten. „Das ist sehr ungewöhnlich“, meint Ilgen mit Blick auf die eher biederen Plakate, die sonst im Wahlkampf zu sehen seien.

Bürger in Ilgens Wahlkreis Nordfriesland/ Dithmarschen-Nord reagierten mehrheitlich positiv auf sein Plakat. In sozialen Medien stehe es zwischen Pro und Contra 50 zu 50. Ein Journalist bemängelte:

„Selbst dem Ostfriesen Otto Waalkes wäre dieser Wortwitz zu platt gewesen.“ Und per Twitter kommentierte Alex Feuerherdt: „Ein Wahlplakat wie ein Verkehrsunfall.“ Andere wiederum fanden die Fotomontage lustig. Auf den „groben Klotz Trump gehöre ein grober Keil“. SPD-Bundestagskollegin Bettina Hagedorn verwies darauf: „Der Sinn von Wahlwerbung ist es, Aufmerksamkeit zu erzielen. Das hat er offensichtlich erreicht. Das Plakat ist ein Hingucker.“ Zudem habe Ilgen keine Absicherung über die Landesliste der SPD. Wenn er wieder in den Bundestags wolle, müsse er den Wahlkreis direkt gewinnen. Die CDU im Norden wollte sich gar nicht zu Plakaten der politischen Konkurrenz äußern.

Dabei ist Ilgen, der etwa der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe angehört, keineswegs ein Feind der USA. Im Gegenteil. Doch Trumps Politik des Säbelrasselns, wie jetzt im Fall Nordkorea, und des Wettrüstens kritisiert der SPD-Mann scharf. Statt immer mehr Geld für Rüstung auszugeben, seien Deeskalation und Abrüstung das Gebot der Stunde, meinte Ilgen. Als Mitglied im Wirtschaftsausschuss hat er mit dazu beigetragen, dass der Bund vier Milliarden Euro in den Breitbandausbau steckt. 26,5 Millionen Euro davon gehen in Ilges Wahlkreis. Außerdem habe er mit dafür gesorgt, dass die Kirchenlandschaft Eiderstedt mit rund zehn Millionen Euro vom Bund gefördert wird. „Anpacken für die Heimat“, nannte Ilgen das.

Reinhard Zweigler

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