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Norddeutschland Noro-Virus im Norden
Nachrichten Norddeutschland Noro-Virus im Norden
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17:59 29.11.2016
Eine nachtraeglich farbig bearbeitete elektronenrastermikroskopische (EM) Aufnahme vom Noro-Virus. Quelle: Archiv
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Barsbüttel

In Schleswig-Holstein grassiert wieder das Noro- Virus. Jetzt hat es auch ein Altenheim in Barsbüttel im Kreis Stormarn getroffen. Zehn Senioren mussten ins Krankenhaus gebracht werden. In der Kurpark- Residenz in Scharbeutz wurden bis gestern 28 Fälle registriert. Im DRK-Krankenhaus in Lübeck sollen es laut Gesundheitsministerium rund 60 Fälle sein. In den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Segeberg wurden schon Kitas wegen der meldepflichtigen Krankheit geschlossen.

Das Virus sorgt für heftige Magen-Darm-Beschwerden und ist hochansteckend. Es tritt zwar das ganze Jahr über auf, in der kalten Jahreszeit aber gehäuft. Warum das so ist, wisse die Wissenschaft nicht, sagt Professor Helmut Fickenscher, Leiter der Landesmeldestelle für übertragbare Krankheiten in Kiel. Fakt aber sei: „Wir haben derzeit auch für die Jahreszeit ungewöhnlich viele Meldungen.“ Besorgniserregend sei die Entwicklung aber noch nicht.

So sind in Lübeck in der vorletzten, 46. Kalenderwoche – der letzten statistisch erfassten – insgesamt 76 Noro-Fälle gemeldet gewesen, in derselben Vorjahreswoche waren es nur vier. Im Herzogtum Lauenburg sind es 34 Fälle, im Vorjahr waren es 13. In Ostholstein sind es 23 Fälle statt einem. Die meisten Noro- Fälle gibt es mit 107 derzeit in Nordfriesland, im Kreis Segeberg sind es vier (in der Vorjahreswoche: sieben), in Stormarn acht (5). Die absoluten Zahlen seien aber nur bedingt aussagekräftig. Denn ärztlich untersucht und gemeldet würden meist nur Fälle bei kleinen Kindern und alten Menschen, sagt Fickenscher. Aus gutem Grund: Bei ihnen könne durchaus Lebensgefahr wegen Austrocknung bestehen. Gesunde Erwachsene würden die Erkrankung hingegen meist innerhalb von zwei Tagen wegstecken. Fickenschers Rat in diesen Tagen: Viel Händewaschen und öffentliche Toiletten meiden. wh

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