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Norddeutschland Notstand auf den Philippinen: Taifun-Hilfe aus dem Norden
Nachrichten Norddeutschland Notstand auf den Philippinen: Taifun-Hilfe aus dem Norden
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22:05 11.11.2013
Lübeck/Manila

Verwüstung und Tod, keine Nahrung und fehlende Medikamente: Der TaifunHaiyan“ hat die Philippinen ins Chaos gestürzt. Nach Schätzungen der Behörden wurden mehr als 10 000 Menschen getötet, nachdem der Wirbelsturm die Ostküste des Landes am Freitagmorgen mit Geschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde traf. Hilfswerke sprechen derzeit von etwa vier Millionen Obdachlosen.Um den Menschen auf den Philippinen möglichst schnell zu helfen, macht sich nun auch der Norden bereit.

Das Technische Hilfswerk (THW) aus Schleswig-Holstein hat mit dem Kieler Bert Schinkel-Momsen bereits de n ersten Experten entsendet. Der 39-Jährige gehört zu einem fünfköpfigen Team, das aus der Bonner THW-Zentrale via Frankfurt am Main am Sonntag nach Asien aufbrach. Der Erkundungstrupp soll die möglichen Einsatzoptionen für das THW überprüfen. Morgen soll feststehen, inwiefern das Hilfswerk weiter zur Hilfe eilt. „Vor allem wenn es dann um die Trinkwasserversorgung geht, könnten auch viele Kräfte aus dem Norden zum Einsatz kommen“, sagt Claus Döpper, Sprecher des Landesverbandes Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Die „Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland“ (Seewa) aus Itzehoe ist spezialisiert, nach Naturkatastrophen die Trinkwasserversorgung wieder herzustellen. Seinen letzten großen Einsatz hatte das THW 2010<TH>nach dem Erdbeben auf Haiti.

Ein Paar aus Lübeck war Augenzeuge der Katastrophe

Vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Schleswig-Holstein werden sich, nach Auskunft von Landesgeschäftsführer Heribert Röhrig, in Kürze wohl drei Ehrenamtler auf den Weg nach Asien machen, um unter anderen die basismedizinischen Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Insgesamt stehen acht Helfer aus dem Norden auf einer Stand-by-Liste, die von der ASB-Zentrale aus Köln zur Entsendung eines Schnell-Einsatz- Teams abtelefoniert werden kann.

Nach Expertenmeinung ist TaifunHaiyan“ der stärkste Tropensturm, der seit Beginn der Wetterbeobachtungen auf Land traf. „Solche Stürme sind in den letzten drei Jahrzehnten häufiger geworden und Klimamodelle lassen eine weitere Verstärkung für die Zukunft erwarten“, sagt Stefan Rahmstorf, Forschungsbereichsleiter „Erd systemanalyse“ am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Wie der Forscher betonte, verschlimmert die globale Erwärmung zudem die Folgen der Tropenstürme.
Bei all dem Leid gab es aber auch einen Glücksmoment: Die 21-Jährige Emily Ortega Sagales rettete sich aus den Fluten und brachte inmitten des vom Sturm verwüsteten Flughafens ihre Tochter Bea Joy (Foto) zur Welt.

Jan Wulf

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