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Norddeutschland Gegen Detlef H. verhandelt das Amtsgericht
Nachrichten Norddeutschland Gegen Detlef H. verhandelt das Amtsgericht
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20:11 01.11.2018
Gegen den Ex-Chef des Weißen Rings Lübeck, Detlef H., wird jetzt doch das Amtsgericht verhandeln. Die Staatsanwaltschaft wollte den Fall vors Landgericht ziehen. Quelle: dpa
Lübeck

Das Hauptverfahren gegen Detlef H. (73), den ehemaligen Leiter der Lübecker Außenstelle des Weißen Rings, wird nun doch vor dem Amtsgericht Lübeck stattfinden, nicht vor dem Landgericht. Und: Es wird nur ein einziger Fall verhandelt. Der erste Senat des Oberlandesgerichts in Schleswig hat die Beschwerde der ermittelnden Staatsanwaltschaft Lübeck gegen diese Entscheidung des Landgerichts Lübeck am Donnerstag zurückgewiesen.

Das Landgericht Lübeck erkennt nur in einem Fall einen hinreichenden Tatverdacht

Das Landgericht hatte nur bei einem von vier angeklagten Vorwürfen einen hinreichenden Tatverdacht gesehen. Die Staatsanwaltschaft wirft Detlef H. in diesem Fall vor, eine Frau durch eine exhibitionistische Handlung belästigt zu haben. Der Angeschuldigte soll laut Anklage am 12. April 2016 bei einem Besprechungstermin vor der 38-jährigen Frau sein Genital entblößt haben. Er soll sie, so der Vorwurf, zudem aufgefordert haben, sich ebenfalls zu entblößen und sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen, um sich dadurch sexuell zu erregen. Detlef H. weist alle Vorwürfe zurück.

Über diesen Fall dürfte nun in Kürze verhandelt werden – aber eben von einem Einzelrichter des Amtsgerichts Lübeck, nicht von einer Strafkammer des Landgerichts selber. Angesichts des verbliebenen Tatvorwurfs sehe sich das Landgericht nicht als zuständig an, hatten die Richterinnen der Kammer erklärt und waren damit einem Antrag von H.s Anwalt Oliver Dedow gefolgt.

Schon die Generalstaatsanwaltschaft rückte von zwei Beschwerdepunkten ab

Die Staatsanwaltschaft Lübeck legte dagegen sofortige Beschwerde beim Oberlandesgericht (OLG) ein. Allein schon wegen der Schutzbedürftigkeit der Opfer und der besonderen Bedeutung der Sache seien die Fälle am Landgericht zu verhandeln. Vor dem Beschluss des OLG hatte allerdings auch schon die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig nach einer Prüfung des Vorgangs die Beschwerde der Lübecker Kollegen in zwei Punkten zurückgenommen.

Lübecks Staatsanwaltschaftssprecherin Ulla Hingst konnte den Vorgang am Donnerstag noch nicht kommentieren. Der Beschluss sei noch nicht in ihrer Behörde eingegangen.

Wolfram Hammer

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