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Norddeutschland OP-Prozess: Patient erstickte, weil falsche Lunge entfernt wurde
Nachrichten Norddeutschland OP-Prozess: Patient erstickte, weil falsche Lunge entfernt wurde
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00:00 19.10.2012
Lübeck

Erstens: Der angeklagte damalige Chefarzt der Chirurgie am Krankenhaus Großhansdorf entfernte bei der Operation im April 2008 den falschen Lungenflügel. Und zweitens: Dieser Fehler führte zum Tod des 69-jährigen Patienten, der ursprünglich einen Tumor aus dem rechten Hauptbronchus entfernt bekommen sollte. „Der Patient starb durch Ersticken“, sagte Dr. Hendrik Dienemann. Der vorangegangene starke Blutverlust sei nicht der Grund für den Tod gewesen, sagte der Gutachter. Er räumte aber ein, dass dieser auch einen Anteil daran hatte, dass der Patient im OP verstarb. Zuvor hatte das Gericht den Geschäftsführer und den ärztlichen Direktor der Klinik angehört. Sie bestätigten beide den Eindruck, der sich schon am zweiten Prozesstag einstellte: Die Stimmung im Krankenhaus war vergiftet. Bereits Mitte der neunziger Jahre hatte die Klinikleitung den Angeklagten entlassen und dies unter anderem mit dem groben Umgang des damaligen Chefarztes mit seinen Mitarbeitern begründet. Nachdem es bei dem anschließenden Rechtsstreit zu Verfahrensfehlern gekommen war, musste das Krankenhaus ihn aber wieder einstellen. Die Zusammenarbeit wurde dadurch nicht besser. „Der Fehler während des Eingriffs hätte vielleicht vermieden werden können, wenn im OP mehr kommuniziert worden wäre“, sagte Gutachter Dienemann. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag, 25. Oktober, fortgesetzt. jki

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