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Norddeutschland Offizier verkaufte Waffenteile
Nachrichten Norddeutschland Offizier verkaufte Waffenteile
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20:12 29.09.2017
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Kiel

In erster Instanz war der leidenschaftliche Jäger, Schütze und Waffensammler noch zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil des Schöffengerichts hätte das berufliche Ende für den 1985 in die Bundeswehr eingetretenen Hauptmann bedeutet. Der Vorsitzende der Berufungskammer, Gunther Döhring, begründete die Milderung des Urteils damit, dass es ein minderschwerer Fall sei. Nun kann der Mann seine berufliche Karriere fortsetzen.

Der Angeklagte sei nicht vorbestraft, die Vorfälle in der mittlerweile zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten Kaserne lägen dreieinhalb Jahre zurück. Die Kammer bezog die einschneidenden Folgen einer härteren Strafe bewusst in ihr Urteil mit ein. Neben der Bewährungsstrafe für die Verstöße gegen das Waffengesetz verhängte sie eine Geldstrafe wegen Unterschlagung in Höhe von 12 800 Euro (160 Tagessätze á 80 Euro).

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der im Janker auftretende Geländewagenfahrer im Februar 2014 vier Magazine des Sturmgewehrs G 36 und sechs Verschlussköpfe der Kriegswaffe unterschlagen. Die wesentlichen Bestandteile der ins Gerede gekommenen Heckler-&-Koch-Waffe, die bis zu 750 Schuss pro Minute abfeuert, gelten juristisch nur deshalb nicht als Kriegswaffe, weil sie baugleich auch in zivilen Gewehren Verwendung finden.

Erfolg hatte die Berufung des Bundeswehroffiziers auch im Fall eines ebenfalls bei ihm sichergestellten Reflexvisiers, das am G 36 als elektronische Zielhilfe dient und unter Liebhabern mit Secondhand-Preisen um 200 Euro gehandelt wird. Die erste Instanz wertete auch diesen versandfertig verpackten Fund als Unterschlagung.

In der zweiten Runde setzte sich der Angeklagte mit der Behauptung durch, das begehrte Sammlerstück auf einem Schrottplatz gefunden zu haben. Das Gegenteil sei ihm nicht zu beweisen, so das Gericht.

Die Anklägerin fand dies abwegig: Schon früher habe der Hauptmann einen schwunghaften Handel mit G-36-Visieren und anderen Waffenteilen im Internet betrieben. Doch diese Fälle seien verjährt.

Thomas Geyer

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