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18:13 23.12.2017
Hamburg/Schleswig

Die Kinder in der Hamburger Kirchengemeinde Finkenwerder hatten ein klassisches Krippenspiel einstudiert: Maria und Josef, Hirten, Könige und Engel – alle Rollen waren besetzt. „Aber unerwartet wurde einer der Heiligen Drei Könige krank“, erzählt Pastorin Daniela Stieglitz.

Pastoren schildern Pannen im Gottesdienst.

Eine kleine Schauspielerin überspielte das Fehlen ihres Kollegen, indem sie kurzerhand den Besuchern verkündete: „Wir sind die Heiligen Zwei Könige.“ Da sei ein fröhliches Raunen durch die Kirche gegangen, erinnert sich Pastorin Stieglitz.

Grundsätzlich scheinen Krippenspiele Pannen anzuziehen. Das erlebte auch Pastor Rüdiger Hoffmann: In der Schleswiger Pauluskirche hatte ein Esel seinen großen Auftritt. „Als Maria und Josef einen Esel hineinführten, konnte es keiner glauben: ein echter Esel in der Kirche“, erinnert sich Hoffmann. Das Tier trottete zu den Strohballen neben dem Altar – und auf einmal breitete sich ein stechender Geruch in der Kirche aus. Glücklicherweise standen Schaufel und Eimer bereit. „Beim Segen stellte der Esel sich neben mich und stupste mich an,“ erzählt Hoffmann. „Er wollte wohl auch gesegnet werden.“

Hoffmann hat aber auch Erfahrungen mit unberechenbarer Technik gemacht. An Heiligabend wollte er auf Nummer sicher gehen und packte für seine zahlreichen Weihnachtsgottesdienste einen Wechsel-Akku für das Mikrofon ein. Er steckte noch sein Schlüsselbund ein, ehe er den Talar überzog. „Da merkte ich mitten in der Predigt eine unglaubliche Hitze in der Hosentasche.“ Einer der Schlüssel hatte die Pole des Akkus miteinander verbunden. „Es war sozusagen ein Kurzschluss in der Hosentasche.“ Schwierig war, dass sein Talar einen Eingriff nur auf der rechten Seite hatte, der Akku hingegen in der linken Tasche glühte. Erst nach der Predigt konnte Hoffmann Abhilfe schaffen. Zu Hause entdeckte er dann eine große Brandwunde auf dem linken Oberschenkel.

Wenig Glück mit der Technik hatte auch Pastor Dennis Pistol aus der Kirchengemeinde Heide. Ausgerechnet in seinem ersten Jahr als Pastor erlebte er 2013 den „Klassiker“. Erst drangen entsetzliche Störgeräusche aus den Lautsprecherboxen, dann war keiner der Engel mehr zu hören: Die Mikrofonanlage war ausgefallen. Noch heute habe er den schweißgebadeten Jugendlichen vor Augen, der verzweifelt versuchte, die Verstärkeranlage in Ordnung zu bringen. Grund für die Funkstille waren übrigens Handys, die den Empfang störten.

Funkstille wäre Pastor Robert Zeidler dagegen gelegen gekommen. Stattdessen wunderte sich die Gemeinde der Jugendkirche Hamburg-Groß Flottbek über seine Liedauswahl.

Hektisch hatte er vor dem Gottesdienst die Liedtexte im Internet zusammengesucht und kopieren lassen. Während die Gemeinde „O du fröhliche“ anstimmte, hörte Zeidler Gelächter und Gekicher:

Der Pastor hatte die falsche Version des Liedes kopieren lassen, die Gottesdienstbesucher besangen die „gnadenbringende Osterzeit“, wie es in der Urfassung heißt.

Kirsten Fehrs, Bischöfin für Hamburg und Lübeck, erntete am 31. Oktober im Hamburger Michel ein herzliches Lachen der Gemeinde. Sie begann ihre Predigt mit den Worten „Ich grüße Sie, liebe Festgemeinde, ganz herzlich zu diesem Gottesdienst am Revolutionsjubiläum“. Die Bischöfin stockte, konnte ob des Versprechers aber selbst befreiend lachen.

Catharina Volkert

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