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Norddeutschland Olaf Scholz: G 20 ist eine große Sache für unsere Stadt
Nachrichten Norddeutschland Olaf Scholz: G 20 ist eine große Sache für unsere Stadt
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22:13 23.06.2017
Polizisten patrouillierten gestern in Hamburg in der Nähe der Messehallen an einem direkt neben den Bahngleisen frisch aufgebauten Zaun. Quelle: Foto: Marks/dpa
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Hamburg

15200 Landespolizisten, darunter rund 1000 aus Schleswig-Holstein, dazu 3800 Bundespolizisten: Sie alle kommen ins Schwitzen, weil die ganz heiße Phase für den G-20-Gipfel begonnen hat, der Hamburg in zwei Wochen in den Ausnahmezustand versetzt. Der Erste Bürgermeister der Hansestadt, Olaf Scholz, kann nach eigener Aussage aber noch gut schlafen. Mit dem von ihm bekannten verschmitzten Lächeln verbreitete der SPD-Politiker gestern beim dpa-Polittalk in der Elbphilharmonie Zuversicht, was die Sicherheitslage in seiner Stadt angeht.

Sicherheitskonzept für Gipfel in Hamburg steht – Bund erstattet 50 Millionen Euro – 100000 Demonstranten erwartet – Extra-Schutz für Flughafen und Bahnhof.

Nur einmal wurde Scholz’ Gesicht ernst. Den Kritikern, die die Großstadt für den falschen Austragungsort halten, sage er: „Es geht gar nicht woanders.“ Helgoland oder die Lüneburger Heide seien keine Alternative gewesen, allein schon wegen der vielen Teilnehmer. Zum Gipfel werden in Hamburg 36 Delegationen mit rund 6000 Delegierten erwartet.

Bei einem Anruf von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Gastgeberin des Gipfels, habe er ohne zu zögern zugesagt. „Tatsächlich glaube ich, dass das eine große Sache ist für unsere Stadt. Da darf man nicht zurückschrecken.“ Der Bund erstattet Hamburg 50 Millionen Euro an Kostenaufwand. Genauer möchte Scholz nicht nachrechnen.

Mit mehreren zehntausend Demonstranten wird in der Hansestadt gerechnet, am zweiten Gipfeltag könnten es nach Einschätzung der Bundespolizei bis zu 100000 werden, darunter 8000 Gewaltbereite. Für den Fall, dass bei Festnahmen der Platz in der Gefangenensammelstelle (Gesa) nicht ausreicht, schafft Hamburg Platz in seinen Gefängnissen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nehmen dem Stadtstaat vorübergehend Häftlinge ab. Nach Angaben des Kieler Justizministeriums wurden bereits 30 Gefangene in die JVA Kiel überstellt.

Bei außergewöhnlichen Lagen könne die Bundespolizei die Zahl von 3800 Kräften personell kurzfristig weiter aufstocken, kündigte Einsatzleiter Thomas Przybyla an. Bis auf letzte Details stehe das Sicherheitskonzept. „Am Flughafen haben wir ordentlich draufgelegt, technisch und personell – um den Airport noch sicherer zu machen“, sagte Przybyla. 100 österreichische Beamten unterstützen die Bundespolizisten dort. Fest steht, dass in Fuhlsbüttel auch die Air Force One von US-Präsident Donald Trump landet. Eine Parkposition für das Flugzeug ist gebucht.

Besonders gesichert werden in Hamburg die Bahnanlagen. Aus den jüngsten Anschlägen habe man die nötigen Lehren gezogen, sagte Przybyla – auch wenn das bundesweite Schienennetz nicht lückenlos zu überwachen sei. In Hamburg kursierten gestern Gerüchte, dass Autonome den Hamburger Hauptbahnhof schon vor dem Gipfel blockieren wollen – quasi als „Warm-up“. Meldungen, wonach die Bundesregierung plane, ein Kriegsschiff in den Hamburger Hafen zu verlegen, das die Gipfelteilnehmer im Falle eines terroristischen Angriffs aufnehmen solle, wollte Scholz nicht bestätigen.

Gleise, die nur einen Steinwurf vom Tagungsort Messehallen entfernt liegen, wurden gestern eingezäunt. Zusätzlich werden Kameras installiert. Den Abschnitt komplett zu sperren, sei wegen seiner Bedeutung fürs gesamte Bahnnetz sofort verworfen worden, sagte Przybyla.

Curd Tönnemann

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