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Norddeutschland Opfer einer Verwechslung wird jetzt angeklagt
Nachrichten Norddeutschland Opfer einer Verwechslung wird jetzt angeklagt
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20:23 31.08.2016
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Schwerin

. Ein halbes Jahr nach dem Schuss eines Polizisten auf einen Autofahrer bei der Fahndung nach einer Hamburger Rotlichtgröße hat die Schweriner Staatsanwaltschaft Anklage gegen das Opfer erhoben. Der 27-Jährige verlor bei dem Zwischenfall am 12. Februar in Lutheran (Landkreis Ludwiglust-Parchim) ein Auge. Ihm wird vorgeworfen, er habe mit seinem Wagen eine Sperre aus Zivilfahrzeugen der Polizei durchbrechen wollen und dabei einen Beamten des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) Hamburg verletzt, teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit.

Der 27-Jährige war in einem geliehenen Auto unterwegs, das dem Gesuchten aus dem Rotlichtmilieu gehörte. Dieser war wegen Körperverletzung in Hamburg zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, zum Haftantritt jedoch nicht erschienen. Kräfte des MEK Hamburg keilten den Wagen, in dem sie den Mann vermuteten, mit zwei Zivilfahrzeugen ein und wollten ihn festnehmen.

Der Gesuchte befand sich aber nicht in dem Auto. Bei der Einkeilung soll der 27-Jährige am Steuer das Auto stark beschleunigt und ein Einsatzfahrzeug vor sich gerammt haben. Ein Polizist habe zwei Warnschüsse abgegeben, ein anderer „in Nothilfe“ auf den Autofahrer geschossen. Er wurde am Kopf getroffen und lag mehrere Tage im Koma. Die Ermittlungen gegen den Schützen wegen Körperverletzung im Amt wurden eingestellt. Er hat laut Staatsanwaltschaft rechtmäßig gehandelt.

Der Anwalt des Mannes hatte schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben, weil sie im Vorfeld nicht sicher ermittelt habe, wer im Auto sitze. Sein Mandant habe an einen Verkehrsunfall oder einen Überfall geglaubt. Die Beamten seien nicht als Polizisten erkennbar gewesen, sondern hätten Leder- und Armeejacken sowie Sturmhauben getragen. Einen Monat später meldete sich die gesuchte Rotlichtgröße selbst zum Haftantritt.

LN

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