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Norddeutschland Ostseebäder fürchten ein Verkehrschaos
Nachrichten Norddeutschland Ostseebäder fürchten ein Verkehrschaos
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21:36 06.12.2017
Gerade erst haben die Autofahrer aufgeatmet, als die A 226 wieder freigegeben wurde. Nun droht das nächste Ärgernis.

Wegen Erneuerung einer kleinen Brücke machen die Verkehrsplaner die B 76 zwischen Timmendorfer Strand und Travemünde bis Juni ein halbes Jahr lang dicht. In den nur wenige Kilometer voneinander entfernten Tourismusorten ist die Verärgerung groß, die Vorsaison steht auf dem Spiel. Die empfohlene Umleitung ist 27 Kilometer lang.

Ursprünglich sollte die kleine altersschwache Brücke über das Flüsschen Aalbek ab Oktober ausgewechselt werden, im Frühjahr sollte die Sperrung aufgehoben sein. Doch jetzt verlagert sich der Brückenaustausch bis in die Vorsaison. Zu Ostern und Pfingsten ist die von Urlaubern vielgenutzte Bäderrandstraße gesperrt. Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) ist alles andere als glücklich. „Ich will mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn über Winter nicht gebaut werden kann.“

Tourismuschef Joachim Nitz spricht von einer Belastung für Einheimische und Urlauber. Denn wer nicht den Schleichweg am Strand entlang nimmt, soll eine 27 Kilometer lange Umleitungsstrecke in Kauf nehmen. Sie führt durch den verkehrsberuhigten Ratekauer Ortskern. Von dort geht es Richtung Luv-Center und in Dänischburg auf die Autobahn. „Von acht Wochen Verzug beim Baubeginn der Aalbek-Brücke werden wir fünf Wochen aufholen“, verspricht Jens Sommerburg, Chef des Landesbetriebs in Lübeck.

Ab April ist Travemünde dann auch über die A 226 aus Richtung Lübeck nur über Umwege zu erreichen – wegen Fahrbahnsanierung. Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff ist entsetzt, dass sein Ort aus allen Himmelsrichtungen nahezu abhängt wird. „Eine einzige Katastrophe“, stöhnt er. Travemünde gehöre in Schleswig-Holstein zu den wichtigsten Ausflugsorten für Gäste. Nach den Sommerferien wird die B 75 zwischen Kücknitz und Skandinavienkai grundsaniert.

Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) sagt: „Ohne Zweifel wird man es nie allen Seiten Recht machen können.“ Fakt sei ein gewaltiger Sanierungsstau im Straßennetz. „Den holen wir jetzt mit aller Kraft auf.“ Nur gehe dies leider nicht ohne Belastungen für Pendler, Wirtschaftsbetriebe und Anwohner.

Von Curd Tönnemann und Beke Zill

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