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Norddeutschland Pakt mit dem Land: Extra-Millionen für Hochschulen
Nachrichten Norddeutschland Pakt mit dem Land: Extra-Millionen für Hochschulen
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21:10 29.03.2016
Lübeck/Kiel

Schleswig-Holsteins Hochschulen bekommen mehr Landesgeld. Erfreulich, urteilen deren Präsidentinnen und Präsidenten, die gestern die Zielvereinbarungen mit SPD-Wissenschaftsministerin Kristin Alheit unterschrieben. Allerdings sei das immer noch zu wenig, um alle Kosten für Forschung und Lehre zu decken.

30 Millionen Euro mehr Grundfinanzierung sofort, das hatten die Hochschulen noch Anfang 2015 gefordert. Jetzt bekommen sie 2016 erst einmal zehn Millionen Euro extra, dann bis 2019 jedes Jahr weitere fünf Millionen Euro oben drauf, am Ende also 25 Millionen Euro extra. Zugleich sichert ihnen der neue „Hochschulpakt III“ von 2016 bis 2023 insgesamt 450 Millionen Euro zu, je zur Hälfte vom Bund und vom Land ausgeschüttet.

Lübecks Uni-Kanzler Oliver Grundei hatte vor einem Jahr noch gedroht, dass man diesen Pakt ohne feste und schnelle Finanzzusagen des Landes platzen lassen werde. Dann sei es besser, die Erstsemester an Hochschulen anderer Bundesländer zu schicken, so Grundei damals. Die Drohungen haben in Kiel offenbar Wirkung gezeigt. Man sei „in den in diesem Bundesland möglichen finanziellen Grenzen“

zufrieden mit dem Konsens-Ergebnis, sagt Lübecks Uni-Präsident Professor Hendrik Lehnert. Man könne hier jetzt vor allem auch mit dem Aufbau der wichtigen neuen Studiengänge beginnen, dem für Physiotherapie zum Beispiel, der medizinischen Ernährungswissenschaft und der Bio-Physik und weiteren Informatik-Studiengängen zum Beispiel zur IT-Sicherheit und Robotik. „Dass der Bedarf wesentlich höher ist, wissen wir alle“, erklärt Lehnert allerdings auch. Der bauliche Ausbau der Uni zum Beispiel müsse dringend finanziert werden. Die strukturelle Unterfinanzierung der Hochschulen bleibe ein Thema, erklärten trotz verhaltenen Lobes für die Zielvereinbarungen gestern auch der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Professor Werner Reinhart, und der Präsident der Uni Kiel, Professor Lutz Kipp. Vor allem zu den finanziell gut ausgestatteten Hochschulen in Süddeutschland bestehe weiter eine große Diskrepanz.

Viel Eigenlob kam von der Ministerin („ein Meilenstein“, „ein Tag der Freude“) und den Regierungskoalitionären. „Unsere Hochschulen erhalten die nötigen finanziellen Spielräume“, sagte Martin Habersaat (SPD). In der Geschichte des Landes müsse man lang zurückschauen, „um eine Koalition zu finden, die finanziell so viel für unsere Hochschulen getan hat wie diese“, sagt Rasmus Andresen (Grüne). „Ziele und Aufgaben der Hochschulen sind mit den von der Albig-Regierung bereitgestellten Mitteln nicht zu erreichen“, sagt hingegen der CDU-Hochschulpolitiker Volker Dornquast. Für „verkorkst“ hält Christopher Vogt (FDP) die Regierungspolitik. Die Anhebung der Grundfinanzierung sei überfällig. Mit den Bafög-Millionen des Bundes, die in die Unis hätten fließen sollen, hätten SPD, Grüne und SSW lieber andere Dinge finanziert.

Von Wolfram Hammer

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