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Norddeutschland „Pandora“: Polizei probt den Einsatz im Terrorfall
Nachrichten Norddeutschland „Pandora“: Polizei probt den Einsatz im Terrorfall
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22:32 25.04.2017
Gefahrensituationen zum G20 Gipfel: Anti Terror Übung der Polizei in Hamburg. Quelle: ap
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Kiel

Terror auf den Straßen von Schleswig-Holstein: Um dagegen gewappnet zu sein, übt die Landespolizei morgen in realitätsnahen Situationen. Mit dabei sind 1500 Polizisten, Rettungskräfte und Opfer-Darsteller. Der Name der bislang größten Übung dieser Art in Deutschland: „Pandora“.

„Besonders im Großraum Kiel kommt es dabei zu Absperrungen und Verkehrsbeeinträchtigungen“, informiert Jürgen Börner vom Landespolizeiamt. Auch auf der A 21 bei Bad Segeberg wird es eine Kontrollstelle geben. „In Fahrtrichtung Süden wird die Fahrbahn am Parkplatz Schwisseler Kamp von 11 bis 13 Uhr voll gesperrt“, kündigt Börner an. „Die Autos werden über den Parkplatz geleitet.“ Dort finde eine Sichtkontrolle der Fahrzeuge statt, die im Normalfall sofort durchfahren sollen.

In Kiel werden sogar Teile von Wohngebieten gesperrt. Die Szenarien: Ein Angriff auf eine Feier auf einem Flughafen, ein Sprengstoffanschlag auf einen Bus und eine Geiselnahme in einem fiktiven Verlagsgebäude sollen so realistisch wie möglich dargestellt werden. Über der Stadt werden Hubschrauber kreisen.

„Wir bereiten uns vor auf das, was möglichst nicht passiert, aber jederzeit passieren kann“, sagt Landespolizeidirektor Ralf Höhs. Er verweist auf die Terroranschläge in Madrid, London, Brüssel und Berlin. Die Polizei wolle ihre taktischen Einsatzkonzepte auf Herz und Nieren prüfen. Ziel sei es auch, das Zusammenspiel von Polizei und Rettungskräften möglichst optimal zu gestalten sowie in der Führungszentrale schnelle Entscheidungsabläufe sicherzustellen.

Aus sieben weiteren Bundesländern sind Polizei-Spezialkräfte dabei: Die Beamten kommen aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Auch Bundespolizei und Wasserschutzpolizei machen mit. Die Eliteeinheit GSG 9 der Bundespolizei ist als Beobachter vertreten, die Bundeswehr leistet logistische Hilfe.

Bereits Anfang März gab es eine dreitägige Großübung in sechs Bundesländern, jedoch nicht im öffentlichen Raum. Daran beteiligten sich nach Angaben des Bundesinnenministeriums knapp 1200 Kräfte von Polizei und Bundeswehr. Bei „Getex“ (Gemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise) testeten die Bundeswehr und die Polizei ihre Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf – ein Novum. Dabei ging es um die Kooperation in den Stabsstellen und Zentralen der Sicherheitskräfte.

Von Marcus Stöcklin

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