Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Pannen-Autobahn 20: Diesmal versinkt sie bei Tribsees
Nachrichten Norddeutschland Pannen-Autobahn 20: Diesmal versinkt sie bei Tribsees
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:12 27.09.2017
Ursachenforschung an der A 20 bei Tribsees – die Fahrbahn ist abgesackt. Quelle: Fotos: S. Sauer, A. Warmuth/dpa
Anzeige
Lübeck

Die Ostseeautobahn: das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 10. Gleich 1992 begann ihr Bau. Im Osten ersehnt, im Westen von Umweltschützern abgelehnt. 2004 erreichte die A 20 von Osten kommend Lübeck. Doch schnell war klar: Irgendwas stimmt da nicht. Die Autobahn entpuppte sich als unzumutbare Lärmquelle, der Fahrbahnbelag ging als „Brüllbeton“ in die Geschichte ein. Er war falsch aufgetragen worden. Ende 2005 bekam die A 20 zwischen Schönberg und der Landesgrenze deshalb eine 3,5 Zentimeter dicke Asphaltdecke – aus „Flüster-Asphalt“, wie man betonte.

Unter ihr verschwand der „Brüllbeton“, der, wie die LN damals berichteten, „die Dorfbewohner entlang der Schnellstraße seit der Freigabe des Abschnitts im Dezember 2004 zur Verzweiflung getrieben hatte“. Keine zehn Monate später aber der nächste Ärger. Die Deckschicht hielt der brütenden Sommerhitze nicht stand. Der Asphalt warf Blasen. Vor allem für Motorradfahrer waren sie eine große Gefahr. Tempolimit. Wasser war unter die Deckschicht geraten. Wieder war es Pfusch am Bau. Die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei mussten die Blasen per Hand aufbohren, damit der Wasserdampf darin entweichen konnte.

Die ganze Prozedur dauerte mehrere Jahre lang. 2009 waren sogar erneut zwischen Lübeck und Geschendorf Blasen aufgetreten. Und im selben Jahr sackte die Fahrbahn dann auch noch an gleich drei Stellen zwischen Lübeck und Groß Sarau um mehrere Zentimeter ab. Tempo 80. Baustelle. Offensichtlich sei der Fahrbahnbelag an diesen Stellen einfach zu weich, hieß es. Im Sommer 2014 war es dann in Höhe Mönkhagen so weit. Auf den Standspuren waren plötzlich gefährliche Absätze entstanden. Die Böschung sackte ab. Der morastige Untergrund sei Schuld, urteilten die Straßenbauexperten. Die A 20 quert dort die Niederung der Heilsau und des Krummbecker Bachs. Man habe den Baugrund dort aber „aus technischen und wirtschaftlichen Gründen“ vorab nicht vollständig sanieren können. Jetzt wird die Böschung der Autobahn dort gerade erneuert.

Bei Tribsees gab die erst zwölf Jahre alte Richtungsfahrbahn von Rügen und Stettin nach Rostock jetzt um mehr als einen halben Meter nach. Bis Sonnabend muss der Verkehr über eine Umleitungsstrecke rollen. „Wir wollen keine Gefährdung zulassen“, sagt Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Güstrow. Dann sollen die Autos je Fahrtrichtung einspurig über die südliche Richtungsfahrbahn geleitet werden, die bislang stabil ist. Das Absinken sei bereits im Frühjahr bemerkt worden, aber nicht in diesem Ausmaß, sagt Normann. „Zuletzt sackte die Straße bei laufendem Verkehr um zwei Zentimeter täglich, vorher war es ein halber Zentimeter.“ Ein Ingenieurbüro forsche nach der genauen Ursache. Die Vermutung: Tragende Betonpfähle in der bis zu 20 Meter starken Torfschicht unter der A 20 könnten gebrochen sein. „Dann müssten wir eine ganz neue Moorbrücke in der Tiefe bauen.“ Dazu aber würden neue Bohrpfähle und eine sie verbindende Betonschicht benötigt werden.

wh

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die etablierten Parteien in Schleswig-Holstein verzeichnen nach der Bundestagswahl einen Ansturm von Neumitgliedern. Bei der Nord-SPD haben seit der Bundestagswahl 109 Menschen online einen Antrag auf ein Parteibuch gestellt. Allein der SPD-Kreisverband Lübeck meldet zehn Eintritte.

27.09.2017

Motorradeskorte, Privataudienz bei der Königin, Treffen mit Regierungschef und Ministern: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ist bei seinem Besuch in Dänemark fast wie ein Staatsgast empfangen worden. Und trotz Protokoll war es ein entspannter Besuch.

27.09.2017

Ein 52-jähriger Motorradfahrer hat am Mittwoch in Trittau beim Überholen ein entgegenkommendes Auto übersehen. Er wurde lebensgefährlich verletzt. Laut Polizei war der Fahrer ohne Helm unterwegs. Auch soll er unter Einfluss von Medikamenten gestanden haben.

27.09.2017
Anzeige