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Norddeutschland „Persönliche Zuwendung ist wichtig“
Nachrichten Norddeutschland „Persönliche Zuwendung ist wichtig“
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20:12 26.11.2016
Heiko Naß (52) ist Landespastor der Nordkirche

Brauchen wir die Tafeln wirklich – tut der Staat nicht schon genug?

Landespastor Naß: Wenn es so wäre, bräuchten wir die Tafeln nicht. Ich bin sehr dankbar, dass es sie gibt. Sie unterstützen Menschen, die zu wenig Einkommen haben mit günstigen Lebensmitteln. Ich bin auch dankbar, dass es Menschen, Restaurants oder Märkte gibt, die dazu beisteuern – und Menschen, die ehrenamtlich helfen.

Jeder kann doch Grundsicherung beantragen.

Naß: Es gibt Senioren, die sich schämen, zum Sozialamt zu gehen, obwohl ihre Rente nicht reicht. Manche müssen zu viel Miete bezahlen oder zu viel für Strom und Wärme ausgeben. Dann reicht es nicht mehr für die Lebensmittel. Sie sind angewiesen auf die Tafeln. Diese sorgen dafür, dass sie sich möglichst vielfältig ernähren können.

Brauchen diese Leute nicht mehr als nur etwas zu Essen?

Naß: Ja. Wichtig ist, dass es auch persönliche Zuwendung gibt. Wir erleben, dass zunehmend ältere Menschen die Tafeln aufsuchen und Alleinerziehende mit ihren Kindern. Ein gutes Wort, ein Stück persönliche Anteilnahme, das ist für viele auch ein Grund, zur Tafel zu gehen.

Dabei sprechen wir gerne von unserer Wohlstandsgesellschaft . . .

Naß: Tafeln sind auch ein Signal, dass in unserer Gesellschaft viele nicht in der Lage sind, sich ausreichend mit Lebensmitteln zu versorgen. Gut, dass die Tafeln einspringen. Es ist etwas Bedeutungsvolles, was dort passiert.

LN

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