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Norddeutschland Peta kritisiert Hannovers Zoo
Nachrichten Norddeutschland Peta kritisiert Hannovers Zoo
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11:57 05.04.2017
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Hannover. Der Zoo Hannover sieht sich wegen seiner Form der Elefantenhaltung mit Tierquälerei-Vorwürfen konfrontiert. Das ARD-Magazin „Report Mainz“ hatte gestern Abend einen Beitrag mit dem Titel „Geschlagene Dickhäuter – Im Hannoveraner Zoo werden Elefantenkinder malträtiert“ im Programm.

 

Tierpfleger mit Elefantenkind „Taru“ 2014 im Zoo Hannover. Quelle: Foto: Dpa

Die Sendung basierte unter anderem auf Filmaufnahmen, die Mitglieder der Tierschutzorganisation Peta heimlich gemacht haben und die den Einsatz sogenannter Elefantenhaken anprangern. Zoo-Geschäftsführer Andreas Casdorff weist die Anschuldigungen zurück. „Wir müssen unsere Elefanten erziehen, verletzen sie dabei aber weder körperlich noch seelisch“, betont er. Man stelle sich Kritik, wünsche sich aber eine differenzierte Berichterstattung.

Peta hat die Aufnahmen nach Angaben des Zoos vor etwa einem Jahr gefertigt, davon einige vom Besucherbereich aus. Andere seien entstanden, indem die Aktivisten im hinteren Bereich auf eine Mauer geklettert seien und von dort ins Gehege gefilmt hätten. Zu sehen sind Pfleger, die mit dem Elefantenhaken – einem etwa einen Meter langen Stab mit einer Doppelspitze aus Hartmetall – hantieren. In einer Szene brüllt der Jungelefant „Taru“. Der Vorwurf lautet, die Dickhäuter würden zu Dressurzwecken mit dem Gerät geschlagen. „Das tun die Pfleger nicht. Es geht um eine Art Stupsen“, sagt Casdorff.

26 Zoos in Deutschland halten Elefanten, davon wenden Hannover und weitere 14 die Form des sogenannten „free contact“ an. „Dabei bewegen die Tierpfleger sich frei in der zwölfköpfigen Herde“, erläutert der zoologische Leiter Klaus Brunsing. Zur eigenen Sicherheit müssten sie den Haken mit sich führen. Außerdem gehe es um Erziehung: „Sonst könnten beispielsweise Veterinäre nur aktiv werden, wenn man die Tiere vorher narkotisiert.“

Eine Alternative zu dieser Haltungsform ist „protected contact“. Sie ist laut Brunsing erst in den letzten zehn Jahren so weit entwickelt worden, dass sie „free contact“ ersetzen könnte. Pfleger kommen nicht mehr direkt mit den Tieren in Kontakt, sondern sind durch Gitter von ihnen getrennt. Für medizinische Behandlungen oder Fußpflege gibt es spezielle Vorrichtungen.

Der Zoo will die kontaktlose Haltungsform einführen. „Wenn wir die Elefantenanlage vom kommenden Jahr an umbauen, werden wir die Voraussetzungen dazu schaffen“, kündigt Brunsing an. Der Zoo kannte den endgültigen Fernsehbeitrag vorab nicht. „Selbst wenn es zu einer Anzeige kommt, schlafe ich ruhig weiter. Ich stehe hinter unserem Team“, bekräftigte Casdorff.

 Bernd Haase

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