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Norddeutschland Pilotprojekt soll Staus vermeiden
Nachrichten Norddeutschland Pilotprojekt soll Staus vermeiden
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13:41 27.09.2018
Ein Projekt zur Stauvermeidung: Kameras beobachten den Verkehr auf der A 1. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Immer wieder Baustellen auf der Autobahn – und Staus. Ein Ende ist nicht abzusehen. Bernd Moser, Inhaber einer Spedition in Eutin und im Vorstand des Landes-Unternehmensverbandes Logistik, mochte das nicht länger tatenlos hinnehmen. Er entwickelte eine Idee: „Statt über das veraltete Reißverschluss-System sollen sich die Verkehrsteilnehmer bei einer Fahrbahnverengung schon vorher in die rechte Spur einfädeln.“

Brückenbaustelle als Pilotprojekt

Am Mittwoch nun war es so weit: Auf der A 1 startete vor einer Brückenbaustelle bei Großhansdorf (Kreis Stormarn) ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt zur Stauvermeidung. „Der Verkehr wird schon vier Kilometer vor der Baustelle auf die rechten Spuren gelenkt“, erklärt Moser. Entsprechende Hinweisschilder, verbunden mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer, sollen die Autofahrer beim Einfädeln unterstützen, das dann ohne den Stresseffekt des „Reinlassens“ am Ende der gesperrten Fahrspur funktionieren soll. „Normalerweise wird die Baustelle erst einen Kilometer vor Ende der Fahrspur angekündigt“, sagt Jens Sommerburg, Leiter der Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr.

Ein neues Einfädel-System wird derzeit getestet. Es soll Staus an Baustellen vermeiden.

Denn nicht nur bei dieser Behörde, sogar beim Kieler Verkehrsministerium hat Moser Unterstützung gefunden. „Das hat ein Jahr Vorarbeit gekostet“, bemerkt der Spediteur.

Technische Hochschule Lübeck begleitet Projekt

Das Projekt wird sogar von der Technischen Hochschule Lübeck wissenschaftlich begleitet. In Fahrtrichtung Süden ist das neue Einfädel-Modell auf der A 1 nun eingerichtet. Eine Woche lang wird per Kamera beobachtet, wie die Autofahrer damit umgehen. In der zweiten Woche werden die Kameras dann auf die Gegenfahrbahn gerichtet, auf der noch das Reißverschluss-System gilt. „Wir wollen wissen: Wie kommt der Autofahrer an der verengten Baustelle an, wie verhält er sich?“, kommentiert TH-Professor Jens Emig. Nach dem – in Abstimmung mit dem Landesdatenschutzbeauftragten erfolgten – Kameraeinsatz sollen die Aufzeichnungen Anfang kommenden Jahres wissenschaftlich ausgewertet werden.

Ein Blick von der Fußgängerbrücke zeigte zum Auftakt: Bei mäßigem Verkehrsaufkommen scheint das Konzept aufzugehen. Nicht alle Autofahrer aber halten sich an die Schilder, immer wieder preschen doch einige auf der linken Fahrspur bis vorne vor, um sich erst im letzten Moment einzufädeln. „Wenn die Autobahn sehr voll ist, hat man doch wieder einen Flaschenhals“, befürchtet Sommerburg. Und das heißt Stau.

Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) zeigte sich dennoch begeistert von dem Vorhaben, ebenso Manfred Braatz von der Industrie- und Handelskammer Lübeck, die das 120 000 Euro teure Experiment mit unterstützt. „Wenn die Ergebnisse entsprechend ausfallen, haben wir Pionierarbeit für das ganze Land geleistet“, hofft er.

Marcus Stöcklin

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