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Norddeutschland Plante Syrer Anschlag?
Nachrichten Norddeutschland Plante Syrer Anschlag?
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20:10 26.07.2018

Der Syrer muss sich wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Schwerin verantworten. Verteidiger Wolfgang Ferner ließ vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts durchblicken, dass seiner Ansicht nach ein konkreter Entschluss zu so einer Tat nicht nachweisbar sei.

Er äußerte zudem vor Gericht Kritik: Es sei fraglich, ob frühere Vernehmungen von Yamen A. überhaupt verwertbar seien. Sein Mandant sei nur unvollständig belehrt worden, auf ihn und Zeugen sei Druck ausgeübt worden. Das sei auch ein Grund, warum der Angeklagte sich erst einmal nicht äußern wolle.

Laut Anklage kam Yamen A. 2015 nach Deutschland und wurde im Februar 2016 als Flüchtling anerkannt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, einen Sprengstoffanschlag geplant und bereits mit dessen Vorbereitung begonnen zu haben. Er habe sich dazu Tipps im Internet gesucht, dort auch Material bestellt und sich mit Chatpartnern ausgetauscht. Yamen A. habe mindestens fünf Mal – aus seiner Sicht – erfolglos versucht, Sprengstoff herzustellen. Die Ermittler fanden Bauteile und Chemikalien bei dem Mann, der im Herbst 2017 in Schwerin festgenommen worden war. Seither sitzt der 20-Jährige, der vor Gericht in dunkler Jogginghose und T-Shirt erschien, in Untersuchungshaft.

Spätestens im Sommer 2017 habe er sich mit dschihadistischem Gedankengut beschäftigt und die Ideologie des Islamischen Staates befürwortet, sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft bei der Verlesung der Anklage. Er sei ihm darauf angekommen, in Deutschland ein Klima der Angst und Verunsicherung zu schüren. An welchem konkreten Ort und wann der Anschlag erfolgen sollte, ist laut Anklage unklar. Nach Angaben eines Gerichtssprechers ist offen, ob bei Yamen A. noch Jugendstrafrecht angewandt wird.

Der Verteidiger gab einen kurzen Einblick in die Geschichte des Angeklagten: Der syrische Präsident Baschar al-Assad habe Yasam A. um seine Jugend und seine Entwicklungsmöglichkeiten gebracht.

Weil sich der Angeklagte selbst nicht äußern will, wurden die beiden nächsten Verhandlungstermine gestrichen. Der Prozess wird am 9. August fortgesetzt.

LN

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