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Norddeutschland Plattdeutsch weiterhin nur an Grundschulen
Nachrichten Norddeutschland Plattdeutsch weiterhin nur an Grundschulen
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21:19 18.04.2016

Kleine Gedichte, einfache Verse oder lustige Lieder auf Plattdeutsch: In vielen Kindergärten und Grundschulen gehört das mittlerweile zum ganz normalen Alltag.

Mit dem Schuljahr 2014/2015 hat das Land Plattdeutsch an 29 Grundschulen als Unterrichtsfach eingeführt. „Und das Projekt ist sehr erfolgreich“, erzählt Schulleiterin Monika Steffen, „die Kinder lieben die Sprache und üben zu Hause mit ihren Großeltern.“ An der Grundschule Landkirchen auf Fehmarn lernen die Kinder seit zwei Jahren Plattdeutsch, noch zwei Jahre weiter, dann ist die Grundschulzeit vorbei. „Es wäre schön, wenn sie an den weiterführenden Schulen weiter lernen könnten“, findet Steffen, „eine sprachliche Bereicherung schadet nie.“

In Mecklenburg-Vorpommern wirbt Bildungsminister Mathias Brodkorb bereits ganz offen für Plattdeutsch als Abiturfach. Schon in wenigen Jahren sollen Schüler ab der siebten Klasse Plattdeutsch als zweite „Fremdsprache“ belegen können. Dadurch soll die Landesbevölkerung laut Brodkorb ein modernes Heimatgefühl entwickeln. Das wünscht sich der Heimatbund des Landes auch für Schleswig-Holstein.

„Eigentlich hat man im Land bereits beschlossen, dass es Plattdeutsch von der Kita bis zum Abitur geben soll“, erzählt Marianne Ehlers, Referentin für Niederdeutsch. Festgelegt hat das Land die Stärkung der plattdeutschen Sprache im Handlungsplan Sprachenpolitik. Dort heißt es: „Die Regionalsprache Niederdeutsch sowie die Minderheitssprachen Nordfriesisch, Dänisch und Romanes sind Teil unserer Identität.“

Erster Schritt des Plans: den Unterricht an den Grundschulen zu etablieren. Wie es weiter geht, darüber hat sich auf Landesebene offenbar niemand Gedanken gemacht. „Der Plattdeutsch-Unterricht in Grundschulen soll weiter gehen, die Sprache als Abiturfach anzubieten, ist nicht angedacht“, heißt es vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft. Beim Heimatbund dürfte das für Enttäuschung sorgen.

„Man braucht einen Spracherwerb auf längere Sicht“, meint Marianne Ehlers, „die Kinder müssen einfach dran bleiben.“ mwe

LN

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