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Norddeutschland Politik will „Blitz-Marathon“ auch im Norden
Nachrichten Norddeutschland Politik will „Blitz-Marathon“ auch im Norden
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00:00 25.10.2012
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Lübeck

Blitzgewitter in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden: In einer länderübergreifenden Aktion hat die Polizei gestern für 24 Stunden an Tausenden Kontrollstrellen den fließenden Verkehr überwacht. Kieler Politiker fordern jetzt auch einen „Blitz-Marathon“ für Schleswig-Holstein – aber es gibt auch Kritik an der Aktion.

Überhöhte Geschwindigkeit zählt mit 21 Prozent im gesamten Straßennetz und 36 Prozent auf Autobahnen zur häufigsten Unfallursache im Norden. Für eine groß angelegte Überwachungsaktion sieht die Landespolizei in Kiel dennoch keinen Anlass: „Ich weiß nicht, welche Effekte man sich in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen davon verspricht“, sagt Sprecher Lothar Gahrmann. Er räumt zwar ein, dass solche Aktionen „hohen symbolischen Wert“ besitzen. Die Polizei Schleswig-Holstein werde sich jedoch darauf konzentrieren, die Geschwindigkeit an Gefahrenschwerpunkten zu überwachen.

Hans-Jörn Arp, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, hält eine länderübergreifende Kontrollaktion dagegen für sinnvoll. „So etwas könnte man sich hier auch in Zusammenarbeit mit Hamburg und Dänemark vorstellen“, sagt der Christdemokrat. Die CDU-Fraktion werde sich die Ergebnisse aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen daher „genau ansehen“.

SPD und Grüne schließen sich dieser Haltung an: „Ich bin absolut dafür, alles zu tun, damit die Sicherheit auf den Straßen erhöht wird“, sagt der Grüne Landtagsabgeordnete und Kieler Bürgermeisterkandidat Andreas Tietze. Positiv sei für ihn auch, dass der Blitz-Marathon vorher angekündigt wurde. „Das zeigt, dass es hier Prävention im Vordergrund steht.“ Kai Vogel (SPD) hätte es ebenfalls gern gesehen, wenn sich „die Polizei in Schleswig-Holstein gleich daran beteiligt hätte“.

Als eine „PR-Veranstaltung, die sehr viel unnötigen Aufwand bedeutet und deren Wirkung schnell verpufft“, geißelt dagegen Christopher Vogt von der FDP die Aktion. Die Liberalen schließen sich der Landespolizei an, nur an potenziellen Gefahrenstellen und über das ganze Jahr verteilt zu „blitzen“.

Freunde findet die Aktion in Niedersachsen durchaus auch beim ADAC in Kiel. Sprecher Ulf Evert sieht Vorteile darin, auch zu ungewöhnlichen Zeiten und an ungewohnten Orten den fließenden Verkehr zu überwachen. „Die typischen Disco-Unfälle finden zum Beispiel meist frühmorgens auf Landstraßen statt. Dort wird aber kaum kontrolliert“, sagt Evert. Verkehrsüberwachung müsse aber immer zuerst der Verkehrssicherheit dienen – nicht dazu, die Staatskasse aufzufüllen.

Gewinnbringend war die Blitz-Aktion in Niedersachsen offenbar nicht. Obwohl allein dort über 1000 Beamte eingesetzt waren, gingen der Polizei nur wenige Raser ins Netz. „Die Verkehrsteilnehmer sind offenbar gewarnt und halten sich verstärkt an die Geschwindigkeitsregelungen“, bilanzierte Polizeisprecherin Anja Gläser in Hannover.

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